Experten rechnen erst in einigen Jahren mit großen Anlagesummen
Hedge-Fonds in Deutschland leben vorerst von Hoffnungen

Das Geschäft mit Hedge-Fonds in Deutschland kommt mühsam in Gang. Marktkenner nennen die Gründe. Da ist zunächst die bis vor kurzem fehlende Rechtssicherheit für die wichtigen institutionellen Investoren, darüber hinaus die noch teilweise unklare und komplexe steuerliche Behandlung der Produkte. Eine entscheidende Rolle spielt außerdem die mangelnde Erfahrung der Anleger. Dämpfend wirken auch die wenig ermutigenden Anlageergebnisse für diese Produkte im ersten Halbjahr.

FRANKFURT/M. In der Zukunft sehen Experten allerdings ein großes Potenzial. Auf längere Sicht könnten mehr als 100 Mrd. Euro in diese Produkte fließen, so die optimistischste Schätzung.

Hedge-Fonds sind auf internationalem Parkett seit Jahrzehnten bekannt. Ihre Manager verfolgen unterschiedliche und nicht an Indizes gekoppelte Strategien, die von sehr konservativ bis spekulativ reichen – typischerweise unter Einsatz von Terminmarktinstrumenten. In Deutschland sind die Produkte erst seit Inkrafttreten des Investmentmodernisierungsgesetzes zu Jahresanfang zugelassen. Zwar wurden hier zu Lande auch vorher schon Hedge- Fonds-Strategien angeboten. Sie waren dann aber in andere rechtliche Hüllen „verpackt“, etwa in Zertifikate.

Die Bilanz der Hedge-Fondsbranche (pdf-Format)

Bisher genehmigte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht nach eigenen Angaben elf Produkte, die bislang aber fast durchweg bescheidene Volumina ausweisen (Tabelle). Zugelassen sind vier einzelne Hedge-Fonds (so genannte „Single“-Produkte) und sieben Dachfonds, die aus Gründen der Risikostreuung ihrerseits in Single- Hedge-Fonds investieren. In die regulierten und zugelassenen Fonds sind bislang weniger als eine Milliarde Euro geflossen; in Hedge- Fonds-Strategien insgesamt – unabhängig von ihrer rechtlichen Hülle – investierten institutionelle deutsche Anleger nach Schätzungen des Bundesverbandes Alternative Investments etwas mehr als zehn Mrd. Euro.

Der langsame Start der Produkte hält viele Anbieter zur Zurückhaltung bei Absatzprognosen an. Das gilt beispielsweise für die größte deutsche Fondsgesellschaft DWS. Sie erhielt fast taggleich mit der unabhängigen Asset-Management- Gruppe Lupus Alpha Ende März die erste Produktgenehmigung. Die DWS hat jetzt drei Fonds im Rennen. „Wir wollen in den nächsten Monaten noch zwei weitere Einzel-Hedge-Fonds deutschen Rechts bringen“, sagt ein Sprecher.

Bei den Absatzprognosen zählt Lupus-Alpha-Partner Ralf Lochmüller zu den größten Optimisten. „Ich denke langfristig an eine Größenordnung von 100 Mrd. Euro im institutionellen Geschäft“, sagt er (Interview rechts). Das sei erreichbar, wenn man einen Anteil von zehn bis 15 Prozent am Vermögen institutioneller Anleger unterstelle.

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