Experten rechnen mit sinkenden Renditen
Hedge-Fonds-Geschäft wird riskanter

Die noch junge Branche der Hedge-Fonds wird nach Experteneinschätzung in den nächsten Jahren weiter kräftig zulegen, allerdings schlechtere Anlagerenditen erzielen. Der wichtigste Grund dafür ist, dass die Hedge-Fonds Opfer ihres bisherigen Erfolgs werden.

HB FRANKFURT/M. Denn die Manager dieser weitgehend unregulierten Kapitalsammelstellen nutzen Schwachstellen an den Märkten aus. Damit können sie bei steigenden oder fallenden Kursen Gewinne erzielen. Die Vielzahl der Hedge-Fonds hat nach dieser Argumentation nun die Märkte so effektiv gemacht, dass die Arbitragestrategien immer weniger Rendite abwerfen. Hinzu kommt, dass die Kosten für diese Produkte zunehmen. In Deutschland sind Hedge-Fonds seit dem vergangenen Jahr zugelassen.

In der Finanzwelt galten Hedge-Fonds viele Jahre lang als Geheimtipp, was angesichts der Wertentwicklung dieser Investmentvehikel nicht überraschte. Während des Zeitraums von 1985 bis 2000 hatten findige Fondsmanager mit teilweise komplexen Strategien im Durchschnitt Renditen zwischen 13 und 15 Prozent pro Jahr erwirtschaftet. Der von CSFB-Tremont errechnete Hedge-Fonds-Index ist seit dem Start 1994 im Schnitt um 10,81 Prozent pro Jahr gestiegen. Seit dem Jahr 2000 kam es allerdings zu herben Enttäuschungen; denn die Ergebnissteigerungen lagen nur noch im einstelligen Prozentbereich.

Zwar werden die Zahl der Hedge-Fonds und das von ihnen verwaltete Vermögen in den nächsten Jahren weiter kräftig steigen, wie etwa die Experten von Pictet & Cie. vorhersagen (siehe „Hedge-Fonds legen weltweit zu“). Die Anleger müssen sich aber mit geringeren Erträgen zufrieden geben. Lars Jaeger von der Partners Group warnt vor überzogenen Erwartungen. „Wir haben nicht viel Hoffnung, dass das Alpha wieder größer wird“, sagt Jaeger. Unter „Alpha“ versteht man jenen Teil des Anlage-Ergebnisses, der über die Marktrendite hinausgeht und vom Fachwissen des Fonds-Managers abhängig ist. Jaeger rechnet jedoch damit, dass Hedge-Fonds auch in den kommenden Jahren im Durchschnitt Renditen von über acht Prozent abwerfen, was sie nicht zuletzt für Versicherungen und Pensionskassen interessant mache.

Ein weiterer Grund für sinkende Ertragserwartungen sind steigende Kosten. Experten erwarten, dass die Branche stärker institutionalisiert wird. Das Geld privater und institutioneller Anleger werde nicht mehr so stark in einzelne Hedge-Fonds, sondern in die als weniger riskant geltenden Hedge-Fonds-Dachfonds oder aber in Produkte fließen, die auf Strategien der Branche basieren.

Fachleute argumentieren, diese „Verpackung“ von Hedge-Fonds-Strategien koste Rendite, denn bei der Gründung eines Dachfonds oder der Emission eines Zertifikats fielen schließlich Kosten an. So erwartet Stefan Zopp vom weltweit größten unabhängigen Hedge-Fonds-Anbieter Man Investments, dass auf Dachfonds bis 2007 mehr als 50 Prozent des von der Branche insgesamt verwalteten Vermögens entfallen werden. Im Jahr 2004 lag dieser Anteil noch etwa bei lediglich 35 Prozent.

Das Problem der nicht mehr so ergiebigen Renditequellen wollen Hedge-Fonds dadurch lösen, dass sie sich auf ihre Stärken besinnen. Sie wollen ihr Geld in Märkte und Produkte investieren, die von der breiten Masse bisher noch nicht entdeckt worden sind und in denen sie durch Nutzung ihres Fachwissens Ineffizienzen nutzen und höhere Renditen erzielen können. Dies gilt unter anderem für die Kredit- und Rohstoffmärkte sowie für neu entstehende Märkte wie den Stromhandel und den Handel mit Kohlendioxid-Emissionsrechten.

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