Experten sehen ausländische Anbieter im Vorteil: Countdown für Hedge-Funds läuft

Experten sehen ausländische Anbieter im Vorteil
Countdown für Hedge-Funds läuft

Im nächsten Monat fällt der Startschuss für das Wettrennen der in- und ausländischen Anbieter von Hedge-Funds in Deutschland. Und die Konkurrenz aus dem Ausland dürfte sich aufgrund ihres Erfahrungsvorteils einen beachtlichen Teil des Kuchens sichern.

FRANKFURT/M. Darauf deuten die Ergebnisse einer Umfrage der Finanzanalysegesellschaft Südprojekt hin. Experten erwarten, dass das Geschäft aufgrund einiger fehlender rechtlicher Rahmenbedingungen nur langsam anlaufen wird.

Im März dürfte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) grünes Licht geben für die ersten Produkte, die sehr spekulativ anlegen können. Vier heimische Gesellschaften haben bereits Anträge auf Genehmigung ihrer Hedge- Funds-Aktivitäten an das Amt geleitet und auch gleich zwei Produkte eingereicht. Dem Amt liegt zudem der Antrag eines ausländischen Asset-Managers zur Genehmigung zweier Dach-Hedge- Funds vor. Das sagte eine Bafin-Sprecherin.

Andere Vermögensverwalter halten ihre Unterlagen noch zurück. Sie wollen die Klärung einiger offener Punkte abwarten. Erst Ende Februar würden wohl die so genannten Muster-Vertragsbedingungen zwischen Bafin und Fondsverband BVI abgestimmt sein, sagte die Bafin-Vertreterin. Es handelt sich dabei um standardisierte Textbausteine für die Verkaufsprospekte. Achim Pütz von der Anwaltskanzlei SJ Berwin ist sicher: „Einige warten auf dieses Raster und werden erst dann aktiv werden.“

Ende Februar könnte auch das Merkblatt für Dach-Hedge-Funds ausländischer Anbieter fertig sein, das die Anforderungen beim Produktvertrieb regelt. „Erst wenn es vorliegt, ist mit mehr Anträgen zu rechnen“, sagte Bastian Schmedding, Partner bei Allianz Hedge Fund Partners. Innerhalb der nächsten sechs Monate will die Bafin die genauen Anforderungen an das Risikomanagement der Anbieter konkretisieren. Zu guter Letzt sind noch Fragen bei der steuerlichen Behandlung offen. „Das könnte nach der Klärung einen Schub geben“, sagt Andreas Benz, bei der Man Group, einer der weltgrößten Hedge- Funds-Adressen, zuständig für das deutschsprachige Europa.

Südprojekt-Chef Thomas Vorwerk sieht ausländische Asset-Manager als Gewinner des Investmentmodernisierungsgesetzes, das am Jahresanfang in Kraft getreten ist. Es gibt den Anbietern mehr Freiheiten und lässt auch Hedge-Funds zu. „Gut jeder dritte institutionelle Anleger will mehr Expertise im Ausland einkaufen, das ist aus deutscher Sicht eine erschreckend hohe Zahl.“ Vorwerk sieht Ausländer doppelt begünstigt. Zum einen erleichtere das Gesetz die Verdrängung inländischer Konkurrenten beim Management von Spezialfonds. Zum anderen starte jetzt das Hedge-Funds- Geschäft: „Da haben die Ausländer mit ihrer langjährigen Erfahrung vom Start weg eine gute Position.“

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