Experten sehen Gefahr des Rückschlags
Schwächere US-Konjunktur bedroht Rentenfonds

Angesichts stabiler Währungen und deutlich gesunkener Risikoaufschläge haben Anleihen aus Schwellenländern mutigen Anlegern in den vergangenen Jahren Traumrenditen von 20 Prozent und mehr beschert.

HAMBURG. Auf dem aktuellen Niveau sehen jedoch immer mehr Experten die Gefahr eines Rückschlags. Dazu gehört Stefan Kolek – zumindest, wenn es um die künftigen Aussichten von in lokaler Währung gehandelten Bonds geht. „Sollte sich die US-Konjunktur weiter abschwächen, wird das die Schwellenländer in Mitleidenschaft ziehen und ihre Währungen schwächen“, warnt der Emerging-Markets-Spezialist der Hypo-Vereinsbank (HVB). Ein solches Szenario hält er in den kommenden drei bis sechs Monaten für realistisch.

Anders sieht das Michael Hasenstab. Obwohl der Manager des Templeton Global Total Return weltweit anlegen darf, investiert er einen großen Teil des von ihm verwalteten Vermögens in lokalen Schwellenländeranleihen. In den vergangenen zwölf Monaten fuhr er gut damit: Während der als Vergleichsmaßstab dienende Citigroup-World-Government-Bond-Index ein Minus von 3,92 Prozent verzeichnete, legte der Templeton Global Total Return 3,55 Prozent zu - das ist das zweitbeste Ergebnis unter 185 internationalen Rentenfonds (siehe Tabelle).

Hasenstab setzt darauf, dass das Loch in der US-Leistungsbilanz und die enormen Exportüberschüsse der asiatischen Länder für eine Aufwertung der asiatischen Währungen gegenüber dem Dollar sorgen werden. Knapp zwölf Prozent seines Portfolios hat er deshalb in koreanische Won investiert, der japanische Yen und die indische Rupie machen rund zehn Prozent aus. Das gestiegene Wachstum in der EU und in Asien sollte eine schwächere US-Konjunktur abfedern, erwartet Hasenstab. Probleme für das weltweite Wachstum erwartet er daher nicht. Mit dem Axa World Funds Development Debt setzt auch ein zweiter Fonds aus den Top Ten der globalen Rentenfonds einen Schwerpunkt in den Emerging Markets. Dessen Manager Xavier Deschamps, der in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 0,87 Prozent erwirtschaftete, investiert aber zum größten Teil in auf Euro lautende Papiere.

Deschamps legt das von ihm betreute Geld überwiegend nach sozialen Kriterien an. „Wir investieren in Projekte, die die Wirtschaftsentwicklung nachhaltig unterstützen“, sagt der Axa-Manager. So investiert er direkt in Mikrofinanz-Projekte – Kleinstkredite, die vorrangig in Entwicklungsländern an Existenzgründer vergeben werden. Bis zu 20 Prozent kann der Mikrofinanz-Anteil am Fondsvermögen ausmachen. Auf der anderen Seite müssen zwischen 30 und 50 Prozent des Portfolios in Anleihen mit dem Top-Rating „AAA“ investiert sein.

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