Experten sehen mittelfristig Potenzial für asiatische Dividendentitel
Asien-Fonds für Nebenwerte liegen vorn

Das Angebot an Aktienfonds wird immer spezialisierter. Mittlerweile gibt es auch einige Produkte, die ausschließlich in Dividendentitel oder Nebenwerte aus Asien investieren. Diese spezialisierten Fonds entwickelten sich in den vergangenen zwölf Monaten höchst unterschiedlich, wie die aktuelle Auswertung von Feri Rating & Research unter 105 Asien-ex-Japan-Fonds zeigt:

HAMBURG. So führen mit dem Nestor Fernost und dem Schroder ISF Asian Smaller Companies zwei Produkte die Rangliste an, die sich auf Titel aus der zweiten Reihe konzentrieren. Mit dieser Ausrichtung haben sie den regionalen Index MSCI Pacific ex Japan um mehr als 20 Prozentpunkte geschlagen (Tabelle).

Weit schlechter lief es dagegen für auf Dividendenaktien spezialisierte Fonds wie den Schroder ISF Asian Equity Yield, der ein Plus von lediglich 14,48 Prozent verbuchte. "Viele koreanische Titel im Portfolio haben sich in den vergangenen zwölf Monaten enttäuschend entwickelt", sagt King Fuei Lee zu dem schlechten Abschneiden des Fonds, mit dem er im Schnitt auf rund 50 bis 80 Titel setzt. Lee sieht jedoch gute Chancen, dass sich das demnächst wieder zugunsten seiner Dividendenstrategie ändert: "Es fließt derzeit viel Liquidität auf Asiens Aktienmärkte, zudem werden die Investoren risikofreudiger", sagt der Fondsmanager. Damit steige für einige Marktsegmente die Gefahr einer Überhitzung. "Sollte es dann zu Korrekturen kommen, sind wir mit unserer defensiven Strategie klar im Vorteil und in der Lage, deutlich besser als der Markt abzuschneiden", sagt Lee.

Matthias Reinhardt beurteilt die Aussichten für Asien-Fonds mit Fokus auf Dividendenwerten ebenfalls positiv. "Die Unternehmensgewinne steigen in der Region auf breiter Front; gleichzeitig spielen institutionelle Anleger eine immer größere Rolle, die auf hohe Dividenden drängen", erläutert der Geschäftsführer des Finanzdienstleistungsinstituts Reinhardt & Foldenauer.

Trotzdem mag Reinhardt den Schroder ISF Asian Equity Yield nur sehr bedingt empfehlen und zeigt sich generell bei auf Dividenden- oder Nebenwerte spezialisierten Produkten skeptisch. Sie kämen nur für sehr erfahrene Anleger in Frage: "Derart stark fokussierte Fonds erzielen immer nur für eine gewisse Zeit eine überdurchschnittliche Wertentwicklung, um anschließend relativ gesehen schwächer abzuschneiden", sagt er. Durchschnittsanleger seien mit dem richtigen Timing für den Ein- beziehungsweise Ausstieg bei diesen Fonds überfordert. Ihnen rät er zu einer Asien-Beimischung im Portfolio mit breiter aufgestellten Fonds von Gesellschaften, die wie JP Morgan Asset Management oder Fidelity über eine umfassende Expertise auf dem asiatischen Aktienmarkt verfügten.

Autorin: Claudia Lindenberg, Der Fonds

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