Experten vorsichtig
Nebenwerte-Fonds legen zweistellig zu

Das Glas ist halbvoll: Nach dem Kurssturz im Februar haben die Aktienfonds, welche die Gelegenheit zum Nachkauf von Wertpapieren genutzt haben, nun massiv vom sich erholenden Markt profitiert. Dennoch mahnen selbst die Optimisten zur Vorsicht.

HAMBURG. Jeder Rückschlag bietet eine günstige Gelegenheit zum Nachkauf - diese Grundregel für ein tendenziell freundliches Börsenumfeld hat sich im März und April einmal mehr bewahrheitet. Am deutschen Aktienmarkt galt sie ganz besonders für Nebenwerte, die nach heftigen Kursrückschlägen ausgehend von China Ende Februar deutlich stärker in die Knie gingen als die im Dax vertretenen Standardwerte. Entsprechend größer fiel auch die Erholung aus.

"Wir haben im März Kasse abgebaut und unter anderem an den Kapitalerhöhungen bei Air Berlin und der Mittelstands-Holding Gesco teilgenommen", sagt Frank Elze. Der Manager des UBS (D) Equity Fund Small Caps Germany belegt mit seinem Fonds im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der auf deutsche Nebenwerte spezialisierten Aktienfonds den ersten Platz (siehe Tabelle). Den mit 27,64 Prozent deutlich überdurchschnittlichen Wertzuwachs begründet Elze mit der geglückten Einzeltitelauswahl. "Einige zu unseren größten Positionen gehörenden Unternehmen haben sich im Vergleichszeitraum sehr gut entwickelt", erläutert Elze und nennt als Beispiel den Baukonzern Strabag, das Stahlunternehmen Klöckner & Co und den Pumpenhersteller KSB.

Obwohl der UBS-Manager sich an einem internen Vergleichsindex orientiert, der zu 80 Prozent aus SDax- und zu 20 Prozent aus TecDax-Werten besteht, nimmt er auch regelmäßig MDax-Titel und Werte, die in keinem Index vertreten sind, ins Portfolio. "Derzeit macht dieser Anteil sogar 55 Prozent aus", erläutert Elze. Bei der Auswahl achtet er vor allem auf die Qualität des Managements, eine solide Ertragslage, eine starke Marktposition und auf Preisführerschaft.

Die weiteren Aussichten für sein Anlageuniversum beurteilt Elze angesichts der robusten Konjunktur durchaus positiv, wenn auch nicht überschwenglich. "Fast 60 Prozent aller Firmen haben die Markterwartungen übererfüllt, entsprechend steigt die Erwartungshaltung", gibt er zu bedenken. Das schaffe Raum für Enttäuschungen. Deshalb will Elze seinen Fonds in den kommenden Monaten eher etwas defensiver positionieren und beispielsweise den Anteil an Abfindungskandidaten erhöhen.

Die Strategie, sich von einem Mehrheitsaktionär aus einer Aktie teuer herauskaufen zu lassen, will künftig auch Bernd Schrüfer verstärkt nutzen. Der Berater des von Ampega Gerling aufgelegten Metrix Value sieht darin die Möglichkeit, eine vom Gesamtmarkt weitgehend unabhängige Wertsteigerung bei begrenztem Risiko zu erzielen. Mit seinem "sehr konservativen" Ansatz begründet Schrüfer auch den auf Sicht von zwölf Monaten eher mageren Wertzuwachs von 5,36 Prozent.

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