Expertenprognose
Mit Indexfonds wachsen

Spezialisten für ETFs wollen noch viele Milliarden gewinnen. Als treibende Kräfte für das Wachstum der Branche gelten die Transparenz, Liquidität und die geringen Gebühren der Produkte. Unabhängige Experten erwarten allerdings geringere Zuwächse als die Fondshäuser selbst.
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FRANKFURT. Das Anlagevermögen von börsengehandelten Indexfonds (ETFs) in Europa wird sich nach Ansicht der Anbieter in den kommenden Jahren verdreifachen. Nach einer Umfrage des Handelsblatts rechnen die zehn größten Adressen in diesem Segment damit, dass das Volumen von 156 Mrd. Euro Ende 2009 auf durchschnittlich 200 Mrd. Euro Ende dieses Jahres wächst. In fünf Jahren sehen sie das Anlagevermögen dann im Schnitt bei 480 Mrd. Euro.

Unabhängige Berater sehen die Branche ebenfalls auf Wachstumskurs, rechnen aber mit geringeren Zuwächsen. "Am Jahresende könnten es 200 Milliarden sein, unterstellt man konstante Märkte", sagt Rüdiger Sälzle, Vorstand von Fonds Consult Research. Ihn würden 300 Mrd. Euro in fünf Jahren nicht überraschen. Murat Ünal, Vorstand von Funds at Work, erwartet bei anhaltend stark schwankenden Märkten 170 Mrd. Euro Anlagevermögen am Jahresende und 220 Mrd. Euro in fünf Jahren.

Geringe Gebühren sorgen für Wachstum der Branche

Als treibende Kräfte für das Wachstum der Branche gelten die Transparenz, Liquidität und die geringen Gebühren der Produkte. Gefahren gehen nach Ansicht der Umfrageteilnehmer dagegen vor allem von Kapitalmarktturbulenzen und der zunehmenden Produktvielfalt und-komplexität aus.

"Gefahren sehe ich, wenn Aktien stark einbrechen sollten und dann die Neuinvestments sinken", sagt Ralph Stemper von der ETF-Sparte der Commerzbank. Auch die Konkurrenten könnten sich Schwierigkeiten bereiten. Evi Vogl von BNP Paribas Investment Partners erinnert selbstkritisch für die Branche an die schnell wachsende Produktzahl: "In Europa werden heute mehr ETFs angeboten als diese Produkte in Milliarden Euro angesammelt haben." Sprich: In vielen Produkten steckt zu wenig Vermögen, für Anleger wird es unübersichtlich. Vogel weist zusätzlich darauf hin, "dass ETFs komplexer sein können als es den Anschein hat". So sind in Swap-ETFs andere Inhalte als der Name verspricht.

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