Export-Region profitiert von steigenden Preisen
Lateinamerikafonds trotzen schwierigen Märkten

Immobilienblase, Bankenpleiten und ein Ölpreis auf Rekordniveau: Während die etablierten Aktienmärkte stark unter den belastenden Faktoren leiden, reiben sich Lateinamerika-Investoren die Hände.

HB HAMBURG. "Die Region hat sich trotz der Kreditkrise gut gehalten", sagt Niall Tobin, der bei der belgischen Fondsgesellschaft KBC den KBC Equity Latin America managt. Denn: "Lateinamerika exportiert Rohstoffe. Von den hohen Preisen haben die Firmen der Region profitiert."

Und damit auch Tobins Fonds. Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich liegt er mit einem Plus von gut zwölf Prozent unangefochten an der Spitze seiner Vergleichsgruppe (siehe Tabelle). Haupttreiber für die positive Entwicklung war die Aktie des brasilianischen Ölgiganten Petrobras, die mit knapp zehn Prozent den größten Anteil am 109 Titel umfassenden Portfolio ausmacht. "Die Entdeckung neuer Ölfelder und der hohe Ölpreis wirkten sich sehr positiv aus", so der KBC-Manager.

Attraktiv findet Tobin derzeit aber auch brasilianische Banken. Eine breite Kundenbasis sowie ein aktives Fusions-Geschäft versprächen Gewinne in diesem Sektor. Generell ist Brasilien mit über 60 Prozent das Länder-Schwergewicht des Fonds. "Es ist der liquideste und anlegerfreundlichste Markt in Lateinamerika", erklärt Tobin. Denn Beschränkungen des Kapitalverkehrs gäbe es hier nicht.

Vorsicht sei dennoch geboten, warnt der Fondsmanager. Bis Mai dieses Jahres galt das Land als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten; der Leitindex Bovespa erreichte sein Rekordhoch von über 73 900 Punkten. Dann aber habe die anschließende Korrektur auf mittlerweile rund 56 900 Punkte gezeigt, wie volatil der Markt ist. "Die wirtschaftliche Schwäche in der westlichen Welt wirkt sich langsam auf die Exportaussichten der Region aus", so Tobin. Deshalb lägen schwierige Quartale vor lateinamerikanischen Firmen.

"Trotzdem ist die makroökonomische Situation der Region so gut wie selten in den vergangenen 30 Jahren", stellt Henry Garrido, Manager des Fortis Equity Latin America, fest. "Die langfristigen Wachstumsaussichten sind solide." Das ist auch die Performance des Fortis-Fonds: Knapp sechs Prozent Rendite schaffte er auf Jahressicht.

Vor allem Unternehmen aus dem Konsumgüterbereich, aber auch Werkstoffhersteller und Telekommunikationsanbieter findet Garrido derzeit interessant. Dabei müssen die Firmen nicht notwendigerweise aus Lateinamerika sein. "Wir investieren auch in Unternehmen, die wie die amerikanische Telekomfirma NII Holdings den Großteil ihres Geschäfts in der Region machen", sagt der Fondsmanager. Autorin: Karen Schmidt, Das Investment

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%