EZB-Experte Padoa-Schioppa fordert mehr Transparenz alternativer Vermögensverwalter gegenüber den Banken
Regulierung von Hedge-Fonds scheitert

In den USA gibt es heftigen Widerstand dagegen, Hedge-Fonds in irgendeiner Weise zu beschränken.

FRANKFURT/M. „Wir haben uns in den internationalen Foren dafür eingesetzt, dass man die Regulierung von Hedge-Fonds diskutiert, sind dabei aber am angelsächsischen Widerstand gescheitert“, sagte der Staatssekretär im Bundesfinanzministeriums, Caio Koch-Weser, gestern in Berlin.

In den Chefetagen internationaler Aufsichtsbehörden und Notenbanken herrscht zunehmend Unsicherheit über die richtige Behandlung von Hedge-Fonds. Sollen sie an die kurze Leine der Kontrolleure gelegt werden, um die potenziellen Risiken für die Finanzmärkte auszuschalten? Oder spricht mehr für die lange Leine, also für mehr Markt bei mehr Transparenz, weil sonst die positiven Wirkungen von Hedge-Fonds für das Gleichgewicht der Finanzmärkte beseitigt würden? Die Experten sind sich nicht einig.

Hedge-Fonds sind bislang unregulierte Kapitalsammelstellen, die mit unterschiedlichen Investmentstrategien möglichst zweistellige Renditen zu erzielen suchen. Derzeit gibt es rund 7 000 dieser Fonds, die zusammen ein Volumen von rund einer Bill. Dollar verwalten. Beunruhigend ist für viele Aufseher, dass niemand genau weiß, was Hedge-Fonds eigentlich tun. Deswegen kann eine Wiederholung des LTCM-Falls nicht eindeutig ausgeschlossen werden: 1998 stürzte die Schieflage dieses großen US-Fonds das amerikanische Finanzsystem nahezu in eine Krise.

Auf mehr Transparenz und damit mehr Markt setzt Tommaso Padoa-Schioppa, der sich als Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) sieben Jahre lang mit dieser Thematik befasst hat. Der Italiener ist diese Woche aus der EZB ausgeschieden. Statt die Hedge-Fonds zu regulieren, will er die Banken in die Pflicht nehmen. Zumindest gegenüber ihren Banken sollten Hedge-Fonds zu mehr Offenlegung veranlasst werden; die Banken müssten ausreichend informiert sein, um deren Risiken einzuschätzen zu können.

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