Faktor Abgeltungssteuer
Experten sehen Globalfonds im Aufschwung

Die Abgeltungssteuer liegt wie ein drohender Schatten über den Aktienfonds. Stichtag ist der 1. Januar 2009 – und bis dahin gibt es noch Spielraum, die aktuellen Vorteile auszureizen. Langfristig erwarten Experten sogar den Aufschwung eines Klassikers.

HAMBURG. Der Countdown für die Abgeltungsteuer läuft: Vom 1. Januar 2009 an fallen auf alle mit Aktienfonds erzielten Kursgewinne 25 Prozent an – egal, wie lange sie im Depot lagen. Für bis zu diesem Stichtag fest angelegtes Vermögen gilt die geplante Neuregelung jedoch nicht. Bis zum 31. Dezember 2008 haben Anleger also Zeit, ihr bis dahin angesammeltes Vermögen in einen Fonds umzuschichten, dem sie in den kommenden Jahrzehnten unabhängig vom Auf und Ab der Märkte eine überdurchschnittliche Wertentwicklung zutrauen.

Vor diesem Hintergrund erwarten Vertriebsexperten wie Jörg Lange von der Fonds-Invest-Beratung Petersen & Lange in Hannover einen wahren Boom für Dachfonds und andere vermögensverwaltende Produkte. Doch auch der Absatz von Aktienfonds-Klassikern wie dem Templeton Growth dürfte Lange zufolge deutlich steigen: „Schließlich hat dieser mittlerweile knapp 28 Mrd. Euro schwere, auf unterbewertete Aktien setzende Fonds seit der Auflage 1954 in den verschiedensten Marktphasen immer wieder glänzende Langfristergebnisse gezeigt.“ Aus steuerlichen Gründen dürften sich die zu erwartenden Mittelzuflüsse allerdings vor allem auf den kleineren Templeton Growth (Euro) konzentrieren, der wie das Original von Murdo Murchison betreut wird und zu annähernd 100 Prozent die gleichen Beteiligungen hält.

Zwar bewegen sich beide Fonds sowohl bezogen auf die gesamte Gruppe der international ausgerichteten Aktienfonds als auch im Vergleich der zehn größten Globalfonds auf Sicht von zwölf Monaten nur im hinteren Mittelfeld (Tabelle). Ein Blick auf jüngste Veränderungen offenbart jedoch exemplarisch die Vorteile, die ein flexibler, weder regional noch branchenseitig an bestimmte Vorgaben gebundener Fonds langfristig bietet. So weist das Portfolio seit einigen Monaten als größte Position den US-Software-Giganten Microsoft aus – zu Zeiten des Internet-Booms Ende der neunziger Jahre undenkbar.

„Die Umsätze haben sich in den vergangenen zehn Jahren fast vervierfacht, und das Unternehmen macht starke Gewinne“, begründet Murchison den Sinneswandel. Mit Siemens und Oracle gehören zwei weitere Technologie-Werte zu seinen größten Positionen. Rohstoff-Titel, am Anfang des Jahrzehnts noch die am stärksten vertretene Branche, sind dagegen kaum noch enthalten.

Ähnlich stark wie die Branchengewichtung hat sich auch die Größe der gehaltenen Unternehmen verändert. Murchison: „Vor fünf Jahren lag die durchschnittliche Marktkapitalisierung bei 28 Mrd. Dollar, heute sind es 68 Mrd. Dollar.“ Im Vergleich zu Firmen mit niedriger und mittlerer Marktkapitalisierung seien aktuell viele Großkonzerne – neben Microsoft unter anderem auch Pfizer, General Electric oder HSBC – mit einem Bewertungsabschlag erhältlich.

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