Fall ACI: Krimi um Dubai-Fonds alarmiert Anleger

Fall ACI
Krimi um Dubai-Fonds alarmiert Anleger

Es war zu schön, um wahr zu sein. Traumhafte zwölf Prozent Rendite versprach der Gütersloher Fondsanbieter Alternative Capital Invest (ACI) seinen Kunden. Nun gerät ACI ins Visier der Staatsanwaltschaft. Ein führender Mitarbeiter wird von der Polizei gesucht.
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FRANKFURT. Mächtige Hochhäuser in Dubai wollte er bauen, Sportstars wie Michael Schumacher, Boris Becker und Niki Lauda warben dafür. Doch spätestens seit Mitte September ist klar: Die etwa 4 500 Anleger haben auf Sand gebaut, etwa 100 Mio. Euro sind futsch, vier der insgesamt sieben Dubai-Fonds pleite. Jetzt prüft der Insolvenzverwalter, was übrig ist vom Märchen aus 1 001 Wolkenkratzer.

Für die Anleger könnte das ein böses Erwachen bedeuten: Denn wer Ausschüttungen erhalten hat, muss das Geld eventuell zurückgeben an den Insolvenzverwalter. "Sollten die Fonds keinen Gewinn gemacht haben, wären Auszahlungen problematisch", sagt Insolvenzverwalter Norbert Westhoff. Gläubiger sind nämlich zu allererst die Käufer der Wohnungen in den geplanten Hochhäusern. Das seien vor allem Araber und Russen, die bereits einen zweistelligen Millionenbetrag angezahlt haben. Erst wenn diese ihr Geld zurück haben, sind die Anleger dran.

Verdacht auf Kapitalanlagebetrug

Auch der Staatsanwalt interessiert sich für ACI und ermittelt gegen die ACI-Köpfe Hanns-Uwe und Robin Lohmann wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug. Eng wird es für Dubai-Statthalter Robin Lohmann: Auch die Polizei in Dubai sucht ihn wegen unbezahlter Rechnungen.

Doch die Initiatoren ficht all das nicht an. Auf der Webseite wirbt ACI weiter mit dem vermeintlichen Erfolg der Fonds, verweist auf seine Stellung als Marktführer, schreibt von Bauboom, Bevölkerungswachstum und dem Bedarf an 50 000 neuen Wohnungen pro Jahr in der "Stadt der Superlative". Hinweise auf die Fondspleiten: Fehlanzeige.

"Es ist ungeheuerlich, wie die ACI ihre Anleger verschaukelt", schimpft Anlegerschutzanwalt Hartmut Göddecke, der rund 100 ACI-Opfer vertritt. Er vermutet ein "Schneeballsystem". Denn Lohmann soll nach seinen Recherchen Baufirmen aus Dubai damit beschwichtigt haben, dass bald wieder frisches Geld aus Deutschland käme - von einem anderen Fonds. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Anleger hoffen nun auf Rettung. Rund 1 100 haben sich in einer Interessengemeinschaft zusammen geschlossen und wollen die Pleite-Fonds sanieren. Ihr Vorstand: Ein ehemaliger Vermittler von ACI-Fonds.

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