Favoritenwechsel
Risikoscheu der Anleger lähmt globale Rentenfonds

Im Bereich der Rentenfonds hat sich ein Favoritenwechsel vollzogen. Belegte der Templeton Global Total Return Mitte 2007 unter den zehn größten internationalen Rentenfonds den Spitzenplatz, findet er sich nun auf dem vorletzten Rang wieder. Steigende Volatilität und Risikoscheu haben den Fonds getroffen. Dagegen konnte ein anderer Fonds kräftig zulegen.

HAMBURG. Mitte 2007 belegte der Templeton Global Total Return von Franklin Templeton mit einem Plus von über sieben Prozent den Spitzenplatz. Verglichen wurden die zehn größten internationalen Rentenfonds. In der aktuellen Zwölf-Monats-Auswertung der Bad Homburger Analysegesellschaft Feri Rating & Research ist der Templeton-Fonds dagegen mit einem Minus in ähnlicher Größenordnung auf den vorletzten Rang abgerutscht (Tabelle).

"Die steigende Volatilität und Risikoscheu haben vor allem Fonds wie unseren getroffen, die stark außerhalb der Benchmark investieren", erklärt Fondsmanager Michael Hasenstab. Negativ habe sich etwa die Untergewichtung in US-Schatzpapieren ausgewirkt und Anfang 2008 die untergewichtete Position in Euro-Titeln. "Der Fonds konnte so nicht vom letzten Euro-Anstieg gegenüber dem US-Dollar profitieren", sagt Hasenstab.

Auch die Übergewichtung in brasilianischen und indonesischen Staatsanleihen schmälerte die Performance. Gleichwohl ist Hasenstab mit den Fundamentaldaten beider Länder zufrieden und hofft mittelfristig auf wieder sinkende Zinsen. Auch mit der Währungsverteilung fühlt sich der Templeton-Manager gut positioniert. 40 Prozent des Portfolios sind in US-Dollar investiert, 25 Prozent in japanische Yen und zwölf Prozent in malaysische Ringgit. Die durchschnittliche Kapitalbindungsfrist (Fachwort: Duration) beträgt 5,25 Jahre.

Ähnlich bunt sieht das Portfolio des KBC Bonds High Interest aus. Dort stecken 13 Prozent in norwegischen Kronen, zehn Prozent in mexikanischen Peso und neun Prozent in britischen Pfund. Der KBC-Fonds ist mit einem Minus von 0,94 Prozent der Zweitbeste unter den zehn Größten und belegt Rang 74 unter allen 191 Vergleichsfonds.

Vor allem die niedrige Kapitalbindungsdauer von rund vier Jahren brachte Fondsmanager Karel de Cuyper Vorteile, da das Portfolio weniger zinssensibel auf gestiegenen Zinsen reagierte. Die Duration im Vergleichsindex beträgt sechs Jahre. "Zudem haben sich die Währungen der Hochzinsmärkte besser entwickelt als die niedrig verzinslichen Märkte", so de Cuyper. Dieser Trend kam dem Fonds entgegen.

Auch künftig sieht der KBC-Manager Potenzial bei Währungen von Schwellenländern: "Wir bevorzugen Währungen, deren Zentralbanken aggressive Gegenmaßnahmen gegen die steigende Inflation einleiten." Als Beispiel nennt er den brasilianischen Real und die türkische Lira. In Europa favorisiert der Fondsmanager weiter Norwegen, mit einer sich ausweitenden Zinsspanne und guten Fundamentaldaten. Grundsätzlich bewertet er die Renditemöglichkeit von Anleihen jedoch als begrenzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%