Februar-Absatzzahlen
Die Fondskrise ist noch lange nicht zu Ende

Die Flucht in sichere Anlagen hält an. Auch im Februar waren Geldmarktfonds die Verkaufsschlager der europäischen Fondsgesellschaften. Den hohen Zuflüssen in diese Produkte standen allerdings noch stärkere Verkäufe von Aktien- und Anleihefonds entgegen. Die Hoffnungen der Fondsbranche auf eine schnelle Absatzwende erhielten dadurch einen empfindlichen Dämpfer.

FRANKFURT. Die Fondsgesellschaften in den europäischen Ländern mussten laut Lipper FMI im Februar Anteilsscheine im Gegenwert von netto 1,7 Mrd. Euro zurücknehmen. Das ist nach Angaben des Londoner Datenanbieters ein deutlicher Rückschlag im Vergleich zu den positiven Absätzen von 22,7 Mrd. Euro im Vormonat.

Der Monat Februar stand im Zeichen eines starken Kursverfalls an den Aktienbörsen. Investoren suchten wieder Sicherheit. Deshalb waren Geldmarktfonds mit Zuflüssen von 7,4 Mrd. Euro die am stärksten nachgefragte Produktgruppe. Das ist zwar ein Rückgang gegenüber den errechneten 23,7 Mrd. Euro für Januar. Dennoch belegen die Zahlen den Drang der Anleger in sichere Produkte während des schwierigen Monats Februar. In der Hitliste der am besten verkaufenden Gesellschaften dominieren französische Anbieter, da insbesondere in Frankreich Geldmarktfonds sehr stark genutzt werden (siehe "Top Five der Gesellschaften").

Die Neigung zu sicheren Anlagen wird vom Rückzug aus Aktienfonds gedeckt. Hier gaben Anleger Anteile für 2,8 Mrd. Euro ab. "Investoren scheinen davon überzeugt zu sein, dass der Boden nahe ist, aber noch scheuen sie größere Risiken", sagt Mackay. Deutlich stärker war der Rückschlag bei den Anleihefonds. Im Januar mit 2,3 Mrd. Euro in den schwarzen Zahlen, rutschten sie im Februar mit 3,3 Mrd. Euro in den roten Bereich.

Die Februardaten brechen eine dreimonatige Tendenz mit jeweils höheren Verkaufszahlen. "Die aktuellen Daten dämpfen die ersten Hoffnungen auf eine Absatzwende zum Besseren", urteilt Lipper-FMI-Leiterin Diana Mackay. Der gleiche Tendenzbruch war in Deutschland zu beobachten gewesen, wie der hiesige Fondsverband BVI berichtet hatte (siehe Handelsblatt vom 27. März).

Dazu passt ein gestern veröffentlichtes Stimmungsbild. Laut einer Umfrage von Robeco, durchgeführt im ersten Quartal, erkennen die deutschen Bankberater eine verschlechterte Absatzlage bei den auf Privatanleger zielenden Publikumsfonds. Ein knappes Drittel der Befragten erwartet allerdings bessere Verkäufe in den kommenden sechs Monaten.

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