Fehlgeschlagene Rohstoff-Wetten
Hedge-Fonds stecken in der Krise

Zwei Londoner Vermögensverwalter geraten immer stärker unter Druck: Red Kite Metals hat im August rund 40 Prozent des Anlagekapitals verloren, der einst als "Rohstoff-König" gefeierte Dwight Andersen musste den wichtisten Fonds seines Vermögensverwalters sogar schließen.

LONDON. Erneut ist ein einst erfolgreicher Hedge-Fonds am seit Wochen anhaltenden Abwärtstrend der Rohstoffpreise gescheitert. Nach Informationen eines Investors hat der Londoner Fonds Red Kite Metals im August rund 40 Prozent seines Anlagekapitals verloren. 2006 hatte der größte Hedge-Fonds des Vermögensverwalters RK Capital Management das Geld seiner Investoren noch fast verdreifacht.

Für die Verluste sollen vor allem fehlgeschlagene Wetten auf die Preisentwicklung am Kupfer- und Aluminiummarkt gesorgt haben, hieß es. In der vergangenen Woche, musste bereits der einst als "Rohstoffkönig" gefeierte Dwight Anderson den wichtigsten Fonds seines Vermögensverwalters Ospraie schließen, nachdem er hohe Verluste eingefahren hat.

Aber nicht nur Rohstoff-Hedge-Fonds leiden derzeit unter der Finanzkrise und der Angst vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur. In London versucht der große Hedge-Fonds RAB ein Stillhalteabkommen mit seinen Investoren zu erreichen. Drei Jahre lang sollen die Anleger kein Geld aus dem Flaggschiff-Fonds von RAB abziehen können, der in diesem Jahr beinahe die Hälfte seines Wertes verloren hat. RAB hatte sich unter anderem mit einer Beteiligung an der britischen Krisenbank Northern Rock verspekuliert. Philipp Richards, Mitbegründer und Chef von RAB war deshalb in der vergangenen Woche zurückgetreten.

Die Schieflagen von RK Capital und RAB spiegeln die Probleme der gesamten Branche wieder. Im August verloren Hedge-Fonds durchschnittlich 1,4 Prozent an Wert. Seit Anfang 2008 liegen die spekulativen Fonds damit 4,8 Prozent im Minus und steuern auf das erste Verlustjahr seit 2002 zu. Trotz des Minus schneidet die insgesamt 1,9 Bill. Dollar schwere Branche damit aber noch immer besser ab als die weltweiten Aktienmärkte.

Mit Material von Bloomberg

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