Finanzaufsicht
Politik nimmt Hedge-Fonds an die kurze Leine

Die EU-Kommission fordert eine Hedge-Fonds-Registrierung für alle Mitgliedsstaaten. Außerdem sollen die Fonds in Zukunft über ihre Anlagestrategie informieren. Wie die europäischen Politiker mehr Transparenz schaffen wollen.

FRANKFURT. Alle Teile des Finanzsystems, in denen systemische Risiken existieren, sollen nach Vorstellungen der EU-Kommission reguliert werden. Dies gelte auch für die im „parallelen Bankensystem“ tätigen Akteure wie Private Equity und Hedge-Fonds. „Für Hedge-Fonds müssen bestimmte Informations- und Transparenzanforderungen zur Pflicht werden“, unterstützt die EU-Kommission Vorschläge einer Expertengruppe unter Leitung von Ex-Notenbanker Jacques de Larosiere.

Für die Fachleute des Centrum für Europäische Politik (CEP) ist eine stärkere Regulierung von Hedge-Fonds nur dann notwendig, wenn das Verhalten dieser Akteure systemrelevant ist. Die Kommission hat diese Frage bejaht und für alle Mitgliedstaaten der Gemeinschaft eine Hedge-Fonds-Registrierung gefordert. Zudem sollen die Manager dieser Investorengruppe zur Offenlegung von Daten und Informationen über von ihnen verfolgte Anlagestrategien und den Einsatz von Leverage (Fremdkapital) verpflichtet werden. Die EU will im April konkrete Regelungen vorlegen.

Die Alternative Investment Management Association (AIMA) – Dachorganisation von 1 200 Fonds aus 43 Ländern – unterstützt Forderungen der Politik nach der Offenlegung von Daten durch eine eigene Transparenz-Initiative. Unbestritten sei, dass Hedge-Fonds zwar Verlierer, nicht jedoch Verursacher der Krise seien, sagen die CEP-Experten. Das von diesen Investoren verwaltete Anlagevermögen ist von zwei Billionen Dollar auf nur noch etwa 1,4 Billionen Dollar geschrumpft.

Politiker kritisierten, fehlende Vorstöße zur Regulierung von PrivateEquity. Der Markt für Unternehmenskredite weise ein steigendes Insolvenzrisiko auf, sagt Poul Nyrup Rasmussen, Präsident der Party of European Socialists (PES). Da ein großer Teil dieses Marktes durch Private Equity generiert worden sei, gebe es keinen Grund, diesen Bereich aus dem Regulierungsnetz herauszulassen.

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