Finanzdienstleister bereut Ausstieg aus Rohstoffgeschäft nicht
Die Man Group expandiert

Die Man Group hat in der Londoner City Geschichte geschrieben. Die von James Man vor über 200 Jahren als Brokerhaus gegründete Gesellschaft ist heute nicht allein wegen dieses weiterhin unter dem Namen Man Financial betriebenen Kerngeschäfts bekannt.

LONDON. Das bis im Jahr 2000 unter E.D. & F. Man firmierende Unternehmen macht heute vielmehr vor allem als weltgrößter börsennotierter Anbieter von Alternativ-Investment-Produkten wie Hedge-Fonds von sich reden.

„Im Bereich Alternativ-Investments sehen wir für die kommenden Jahre ein überdurchschnittliches Wachstumspotenzial“, steckt Man-Vorstandschef Stanley Fink im Gespräch mit dem Handelsblatt die Strategie seines Unternehmens ab. Dass Man die einstige Rohstoff-Tochter im Jahr 2000 im Rahmen eines Management-Buyouts veräußert hat, hält Fink ungeachtet des derzeitigen Booms an den Rohstoffmärkten für eine strategisch richtige Entscheidung. Der physische Rohstoffhandel sei in einer in Privatbesitz befindlichen Gesellschaft wesentlich besser positioniert.

Ende des am 30. September 2005 abgeschlossenen ersten Geschäftshalbjahres 05/06 lag das von der Man Group verwaltete Vermögen bei 44,4 Mrd. (Vorjahr: 39,1 Mrd.) Dollar. Die Nettoeinnahmen aus Managementgebühren stiegen von 259 Mill. auf 327 Mill. Dollar und das Nettoeinkommen aus dem Brokergeschäft von 70 Mill. auf 83 Mill. Dollar. Der Gewinn je Aktie nahm von 0,80 auf 0,99 Dollar zu. Die Aktionäre wurden mit Anhebung der Halbjahresdividende von 24,0 auf 31,2 Cent beteiligt.

Die Man-Aktie litt zeitweise unter der von Marktteilnehmern geäußerten Befürchtung, der globale Hedge-Fonds-Markt könne Sättigungserscheinungen aufweisen. Inzwischen hat sich dies als Fehleinschätzung erwiesen. „Das weltweite Potenzial für Hedge-Fonds ist bei weitem noch nicht erschlossen“, sagt Fink.

Den zuletzt starken Kursanstieg führt der Vorstandschef vor allem auf Gerüchte über eine angebliche Trennung von der Brokertochter zurück. Solchen Spekulationen erteilt er jedoch eine eindeutige Absage. „Einen solchen Schritt erwägen wir nicht.“ Auch deshalb nicht, weil Man mit dem Kauf eines Teils des insolventen US-Brokerhauses Refco zuletzt die eigene Position in diesem Segment gestärkt habe.

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