Finanzen persönlich – Klaus Kaldemorgen
„Ich vertraue mir selbst“

Klaus Kaldemorgen ist der vielleicht bekannteste Fondsmanager im Land, Anleger haben ihm Milliarden anvertraut. Was bedeutet ihm Geld? Was war seine beste Investition? Und wie sorgt er vor? Ein persönlicher Steckbrief.
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Der Mann ist Börsenkenner. An Erfahrung kann Klaus Kaldemorgen kaum jemand das Wasser reichen. Seit über drei Jahrzehnten beschäftigen ihn die Kapitalmärkte, dabei hat er Höhen und Tiefen durchlebt. Als Aktienspezialist machte er sich um die Jahrtausendwende einen Namen. Vor einigen Jahren schwächelten seine Flaggschifffonds, parallel war er zeitweise Firmenchef der Deutsche-Bank-Fondssparte. Das war zu viel für den Mann, der aus innerer Überzeugung eigentlich immer nur Fondsmanager sein wollte. Er gab die Führungsaufgaben ab, machte dann seinen eigenen Fonds, auf den er seine Kraft konzentriert. Der Erfolg gibt ihm recht. Fast vier Milliarden Euro haben Anleger dem „Concept Kaldemorgen“ anvertraut. In der gesamten Branche hat Kaldemorgen einen guten Ruf. Das liegt nicht nur an seinen Fähigkeiten. Er ist immer bodenständig geblieben, ein Sympathieträger, und das über das eigene Haus hinaus.

Name: Klaus Kaldemorgen

Geburtstag: 14. September 1953

Beruf: Portfoliomanager

Was bedeutet Ihnen Geld? Unabhängigkeit

Wann ist ein Mensch reich? Wenn das Streben nach Besitz nicht (mehr) im Vordergrund steht.

Was ist Ihr wertvollster Besitz? Mein Verstand?! Meine handwerklichen beziehungsweise künstlerischen Fähigkeiten halten sich leider in Grenzen.

Was war die teuerste Anschaffung in Ihrem Leben, abgesehen von Immobilien? Inflationsbereinigt und bezogen auf meine Kaufkraft war es vermutlich eine Harley Davidson, die ich Anfang der 90er Jahre erstanden habe.

Womit haben Sie Ihr erstes eigenes Geld verdient? Als Hilfsarbeiter auf dem Bau für 5 D-Mark pro Stunde.

Wie haben Sie gelernt mit Geld umzugehen? Vermutlich wie jeder Mensch, der das erste Mal physisch Geld in den Händen hält und sich überlegt was er damit macht. Ob ich gelernt habe, gut mit Geld umzugehen, steht auf einem anderen Blatt. Der „gute“ Umgang mit Geld ist starken Veränderungen in der gesellschaftlichen Einschätzung unterworfen.

Was war Ihre erste Geldanlage nach dem Sparbuch? Eine Bundesanleihe, der Kupon lag bei über sieben Prozent. Wegen stark steigender Zinsen war die Anleihe kurz darauf nur noch 90 Prozent wert.

Wann haben Sie Ihre erste Aktie gekauft und welche? Kurz nachdem ich 1982 bei der DWS angefangen hatte. Das Unternehmen, eine südafrikanische Goldmine, hieß Driefontein. Nachdem ich meinen Verlust realisiert hatte, wurde das Unternehmen wenig später übernommen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Aktien gemacht? Ausdauer nach dem Aktienkauf zahlt sich aus. Die Versuche, möglichst schnell möglichst viel Geld mit Aktien zu verdienen hat stets die Erfahrung, aber selten das Vermögen erhöht.

Wie legen Sie Ihr Geld heute an? Sehr konservativ, breit gestreut und natürlich in meinem Fonds.

Verfolgen Sie eine klar definierte Strategie? Die Erzielung von Einkommen aus der Kapitalanlage steht im Vordergrund. Das heißt hohe und stabile Dividenden bei meinen Aktienanlagen und regelmäßig verteilte Fälligkeiten bei den Anleihen.

Wem vertrauen Sie in der Geldanlage und warum? Mir selbst, schließlich kenne ich meine Anlageziele auch am besten.

Was war Ihre erfolgreichste Investition? Vermutlich die Zeit, die ich in meine Ausbildung gesteckt habe.

Welche „Wette“ (Geldanlage) ging nicht auf und warum? Eine Anlage in eine Goldmine auf den Fidschi-Inseln. Die Mine war da, aber das Gold nicht.

Ihre liebste Börsenweisheit? „Man muss die Enten füttern, wenn sie quaken” Das heißt, verkaufe wenn alle anderen kaufen wollen. Der Herdentrieb an den Börsen ist eine gut dokumentierte Ineffizienz am Kapitalmarkt.

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