Finanzkrise
Absturz der Hedge-Fonds

Der Höhenflug der Hedge-Fonds-Branche hat ein jähes Ende gefunden. Anleger meiden die Aktien von Unternehmen aus der Alternativ-Investment-Szene, Kritiker prophezeien ihnen eine schwerere Zukunft. Doch einige wenige träumen bereits wieder von besseren Zeiten. Welche Fonds in der Krise deutlich verloren haben.

NEW YORK. Der Höhenflug der Hedge-Fonds-Branche hat ein jähes Ende gefunden. Bei diesen modernen Finanzinvestoren, die lange Zeit den Himmel als Grenze für ihr Wachstumspotenzial sahen, ist nach den jüngsten Turbulenzen mehr Nüchternheit und Realismus eingekehrt. Nirgends lässt sich der schmerzhafte Absturz dieser Branche besser ablesen als an der Baisse der Aktienkurse börsennotierter Hedge-Fonds-Unternehmen. Unter dem drastischen Absturz der Branche leiden also auch die Aktionäre, die an das Versprechen vom ungebrochenen Wachstum glaubten.

Zahlreiche Aktien von Hedge-Fonds-Anbietern sind vom diesjährigen Hoch – das in der Regel zugleich das historische Rekordhoch der Kurse ist – bis Mitte September um mehr als 20 Prozent abgestürzt. Kritiker prophezeien den Hedge-Fonds – auch wegen des Bestrebens von Aufsichtsbehörden nach einer stärkeren Kontrolle – nun eine schwerere Zukunft.

Mutige Anleger glauben indes bereits an eine Wende. Denn die Kurse von Unternehmen wie Man Group, Integrated Asset Management und Partners Group haben sich von den Tiefs im September wieder leicht erholt. Einige Analysten haben zuletzt sogar erneut Kaufempfehlungen für Hedge-Fonds-Aktien ausgesprochen.

Es sei aber noch zu früh, von einer raschen Wende zu sprechen, sagen die meisten Experten. Zurzeit sei auch nicht damit zu rechnen, dass die Liste börsennotierter Hedge-Fonds-Firmen länger werde. „Für die meisten Akteure der Alternativ-Investment-Szene ist der Gang an die Börse derzeit wohl kein Thema“, sagt Marcel Giacometti, Präsident von Auda Advisors in New York. Und auch Oliver Schupp von Credit Suisse Tremont ist kein Fall bekannt, in dem ein Hedge-Fonds-Unternehmen aktuelle Vorbereitungen für den Börsengang trifft, wie er dem Handelsblatt sagte.

Allerdings dürften sich die Aktienbörsen in der Welt sowohl für Hedge-Fonds als auch für die Akteure der Private-Equity-Branche in Zukunft als interessante Kapitalquelle erweisen. Sollte nämlich die Vorsicht und Zurückhaltung der Banken bei der Kreditvergabe anhalten, werden sich die Unternehmen aus der Alternativ-Investment-Branche für ihre kapitalintensiven Transaktionen verstärkt Eigenkapital über die Börsen zu beschaffen versuchen, meinen New Yorker Experten.

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