Finanzkrise
Hedge-Fonds leiden unter Aktienbaisse

Die Finanzkrise verändert das Risikobewusstsein der Akteure an den Märkten. Aus Sicht der Kapitalanleger hat sich der Monat Januar als sehr schwierig herausgestellt. Die Nachwehen der Subprime-Krise führten nicht nur zu einer Umkehr der Kapitalströme aus der mit Risiko behafteten Anlageklasse Aktien in den „sicheren Hafen“ Staatsanleihen – ein Ausblick.

FRANKFURT. Der MSCI-Weltaktienindex büßte in diesem Jahr bisher rund sieben Prozent ein; die populären Bondmarktindizes wiesen dagegen ein Plus von rund drei Prozent auf.

Das internationale Kapital floss im Monat Januar neben Staatsanleihen auch in „reale Werte“ wie Rohstoffe. Kräftig aufwärts ging es seit Jahresanfang zum Beispiel auch mit Gold, Silber und den anderen Edelmetallen. Die deutlichen Unterschiede in der Wertenwicklung einzelner Anlageklassen in den ersten Wochen dieses Jahres werden auch durch die uneinheitliche Performance repräsentativer Hedge-Fonds-Indizes reflektiert.

Diese modernen Finanzinvestoren stecken ihr Geld mit unterschiedlichen Strategien noch immer überwiegend in Aktien, so dass sie auch von deren Wertentwicklung abhängig sind. Für Emanuel Arbib – Vorstandsvorsitzender der börsennotierten britischen Hedge-Fonds-Gesellschaft Integrated Asset Management – ist es daher nicht überraschend, dass die Branche im Monat Januar nicht an die Erfolge der Vormonate anknüpfen konnte und stattdessen Verluste ausweist.

Die Experten von Hedge Fund Research (HFR) haben errechnet, dass die Branche insgesamt im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 1. Februar 2008 einen durchschnittlichen Verlust von 1,5 Prozent erlitten hat. Starke Einbußen verzeichnete dabei der die Strategie „Event Driven“ abbildende Index, der seit Jahresende 2007 um 2,6 Prozent zurückgefallen ist. Beobachter begründen dies nicht zuletzt mit den nachlassenden Aktivitäten im Bereich Mergers & Acquisitions. Auf der Gewinnerseite standen dagegen Hedge-Fonds, die mit der Strategie „Global Macro“ an allen möglichen Kapitalmärkten rund um den Globus auf steigende wie auch auf fallende Kurse setzen und dabei auch Kreditengagements eingehen können. Der entsprechende HFRX-Subindex weist seit Jahresbeginn ein Plus von 3,8 Prozent auf.

„Die derzeit turbulenten Zeiten sind ein ideales Umfeld für Hedge-Fonds“, sagt Emanuel Arbib im Handelsblatt-Gespräch. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Hedge-Fonds-Manager gerade in Zeiten starker Kursfluktuationen ihre Expertise unter Beweis stellen. Ein Grund hierfür ist darin zu sehen, dass Hedge-Fonds in den meisten Strategien sowohl auf Hausse als auch auf Baisse spekulieren können, also auf steigende und fallende Kurse setzen können.

„Wir erwarten, dass institutionelle Anleger in diesem Jahr ihren Anteil an Alternativ-Investments wie Hedge-Fonds deutlich aufstocken werden“, sagen Jens Schmitt und Gottfried Hörich von JP Morgan Asset Management. Immer mehr Anleger hätten gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Aktienmarkt-Turbulenzen erkannt, dass sie über eine stärkere Portfolio-Diversifizierung ihr Risiko durch die Beimischung alternativer Kapitalanlagen deutlich reduzieren können.

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