Finanzmärkte
Deutsche Aktienfonds verlieren Führungsrolle

Viele europäische Indizes sind seit Jahresanfang deutlich weniger eingebrochen als der Dax. Auf Fondsmanager, die ihren Schwerpunkt auf deutsche Aktien setzen, kommen damit schwere Zeiten zu. So stehen zum Beispiel US-Investoren vor dem Rückzug.

HB FRANKFURT. Der Blick zurück erzeugt bei vielen Fondsmanagern und -anlegern Wehmut: In den vergangenen Jahren lagen diejenigen, die auf deutsche Aktien gesetzt haben, meist deutlich vor denen, die einen in Europa oder gar global anlegenden Fonds zu verwalten halten beziehungsweise im Depot hielten. Der Grund ist denkbar einfach: Deutsche Dividendenwerte ließen die Titel anderer Länder meist deutlich hinter sich. Die Entwicklung des Deutschen Aktienindex (Dax), Gradmesser für die Kursentwicklung der Top-Werte an der Frankfurter Börse, gegenüber anderen wichtigen Börsenbarometern belegt das eindrucksvoll.

Das dürfte Experten zufolge im laufenden Jahr anders werden. Auf Fondsmanager, die ihren Schwerpunkt auf deutsche Aktien setzen, kommen damit schwere Zeiten zu. Den lange Zeit bekannten Automatismus, dass mit deutschen Aktienfonds hohe Kurssteigerungen zu erzielen sind, wird es jedenfalls aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr geben. Einen ersten Vorgeschmack bekamen Fondsmanager und Investoren bereits in den ersten beiden Monaten dieses Jahres. Gut 15 Prozent hat der Dax seither wegen der weiterhin unklaren Auswirkungen der Finanzkrise und der sich zunehmend eintrübenden Konjunktur eingebüßt. Andere Börsen haben in dieser Zeit zwar auch verloren, aber nicht in dieser Größenordnung. In Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien und der Schweiz gaben die jeweiligen Leit-indizes zum Teil nicht einmal die Hälfte dessen ab, was der Dax an Verlusten hinnehmen musste.

Das Bild bestätigt indes einen anderen Trend der vergangenen Jahre: Deutsche Aktien entwickeln sich weitaus volatiler als ihre europäischen Kollegen. Das liegt unter anderem an der Zusammensetzung des Dax, in dem Titel aus den Branchen Automobil, Technologie, Banken und Chemie vergleichsweise hoch gewichtet werden. Dadurch reagiert der Index auf Tendenzwechsel schneller und stärker als andere Leitindizes. Ein Trost für Besitzer deutscher Aktienfonds mag es jedoch sein, dass sich die Mehrzahl der Investoren trotz der jüngsten Verluste nicht komplett in andere Anlageregionen der Welt verabschieden wird. „Unser Favorit innerhalb der etablierten Märkte bleibt Europa“, sagt etwa Jens Herdack von der Weberbank. Deutsche Aktienfonds sollten daher zumindest im europäischen Vergleich weiter eine führende Rolle spielen. Fraglich ist allerdings, ob sie ihre Spitzenposition verteidigen können.

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