Finanzmarkt
Neue Hedge-Fonds trotzen Finanzkrise

Die Subprime-Krise schafft neue Chancen für Finanzprofis: Experten erwarten, dass 2008 mehr Hedgefonds als 2005 an den Start gehen. Vor drei Jahren hatten 13 Hedgefonds insgesamt 19 Milliarden Dollar beschafft.

Bloomberg LONDON/NEW YORK.Trotz Subprime-Krise werden bis Ende des dritten Quartals weltweit mindestens zehn neue Hedge-Fonds mit einem Anlagekapital von einer Mrd. Dollar (650 Mill. Euro) oder mehr an den Start gehen, prognostizieren Broker. Das sind fast doppelt so viele wie 2007, als sechs Hedge-Fonds-Manager insgesamt 13 Mrd. Dollar einsammelten.

Experten sehen gute Bedingungen für Hedge-Fonds-Manager, die neu in der Branche sind und sich noch nicht die Finger verbrannt haben. „Die Verwerfungen an den Märkten schaffen Chancen und haben einige sehr talentierte Vermögensverwalter aus dem Markt geworfen“, berichtet Patric de Gentile-Williams, geschäftsführender Vorstand bei FRM Capital Advisors. „Einige an der Wall Street, die das Gefühl haben, gehaltsmäßig zu kurz gekommen zu sein, räumen ihre Schreibtische und planen, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen.“

Beispiel David Sherr: Der frühere Manager bei Lehman Brothers Holdings Inc. eröffnet in New York einen Hedge-Fonds, der die derzeit gefährlichsten Investments handelt: Hypothekenanleihen und forderungsbesicherte Wertpapiere. Der 44-Jährige rechnet damit, im Juni mit über einer Mrd. Dollar Anlagekapital zu beginnen. Er kann dabei auf die Unterstützung seines früheren Arbeitsgebers zählen, wie informierte Personen berichten.

Im Gesamtjahr 2008 dürften die Neustarts das Niveau des Jahres 2005 erreichen oder sogar übertreffen. Vor drei Jahren hatten 13 Hedge-Fonds insgesamt 19 Mrd. Dollar beschafft. In diesem Jahr kamen alle Hedge-Fonds-Manager, die neue Risikoportefeuilles von einer Mrd. Dollar starteten, von Investmentbanken oder Hedge-Fonds.

So verließ beispielsweise der 39jährige David Stemerman die Gesellschaft Lone Pine Capital, um im Januar seine eigene Hedge-Fonds-Firma Conatus Capital Management zu gründen, die zwei Mrd. Dollar verwaltet. Auch Shane Finemore, der frühere Leiter Aktien Eigenhandel bei der UBS in Zürich, plant einen Hedge-Fonds, verlautet aus unterrichteten Kreisen.

Die meisten Start-ups in diesem Jahr haben Mittel von Banken und Investmentbanken, beispielsweise von Lehman Brothers und Bank of America, erhalten. Einige Hedge-Fonds-Gesellschaften haben sich entschlossen, niedrigere Gebühren zu fordern, um Startkapital von Banken und Investmentbanken einzuwerben. „Mit einem strategischen Investor haben die neuen Hedge-Fonds dauerhaft Kapital“, erläutert Larry Chiarello, Leiter des Analysebereichs bei Riverview Alternative Investment Advisors.

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