Finanzskandal
Betrugsfall Madoff: Erster Fonds macht dicht

Jetzt hat der Madoff-Skandal den ersten europäischen Fonds erwischt: Die Luxemburger Finanzaufsicht will die Liquidation des Fonds Lux Alpha erzwingen. Gleichzeitig rollen millionenschwere Schadensersatzklagen auf Fondsverwalter und Depotbanken zu. Der Skandal zieht immer weitere Kreise.

FRANKFURT. Neuer Ärger kommt im Betrugsskandal Madoff auf die Schweizer Großbank UBS zu: Die Luxemburger Finanzaufsicht (CSSF) will die Liquidation des bis Ende 2008 von der UBS und dann von Access gemanagten Fonds Lux Alpha erzwingen. Es ist der erste Fonds in Europa, der aufgrund des Skandals geschlossen wird. Nach Informationen aus Finanzkreisen war er 2004 von der UBS aufgelegt worden und hatte ein Volumen von rund 1,3 Mrd. Dollar.

Gleichzeitig rollen europaweit immer mehr millionenschwere Schadenersatzklagen auf Fondsverwalter und Depotbanken zu. Besonders im Visier der Anlegeranwälte sind neben der Banco Santander, vor allem die UBS und die HSBC.

"Die Art und Weise wie die drei Fonds Lux Alpha, Lux Invest und Herald Lux gemanagt wurden, war nach unseren Erkenntnissen von Anfang an illegal", sagt Erik Bomans, Partner der Anlegerschützer der Beratungsfirma Deminor in Luxemburg. Der Lux Invest wurde ebenfalls von der UBS gemanagt, zudem war sie Depotbank. Der Fonds soll nach Angaben aus Finanzkreisen ein Volumen von rund 300 Mio. Dollar haben. Den Fonds Herald Lux hat die Bank Medici verwaltet, Depotbank war die HSBC. Nach Recherchen von Anlegerschützern soll er ein Volumen von rund 2,5 Mrd. Euro gehabt haben.

"Wir werden bis Anfang März in Luxemburg Klage einreichen gegen die Verwalter der drei Fonds, die Depotbanken und die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young", sagt Deminor-Anwalt Bomans. Die Kanzlei vertritt nach eigenen Angaben rund 600 institutionelle und private Anleger in Frankreich, Belgien, Italien, Deutschland und der Schweiz. Die bislang gesammelten Schadenersatzforderungen belaufen sich auf rund 300 Mio. Euro. Die UBS wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Die HSBC in London lehnte einen Kommentar zu den drohenden Klagen in Luxemburg ab. Man glaube aber, generell gut gerüstet zu sein, sagte eine Sprecherin dem Handelsblatt.

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