Finanztrends
Dachfonds werden mächtig

An den deutschen Anlagemärkten verschieben sich die Kräfte. Die von der Abgeltungsteuer begünstigten Dachfonds gewinnen erheblich an Bedeutung. Sie werden nach Ansicht von Experten stark wachsen und gleichzeitig jenen Produkten Probleme bereiten, in die sie investieren.

HB FRANKFURT. "Wir werden enorme Bewegungen beim Kapitalaufkommen dieser Zielobjekte sehen", sagt Wolfgang Seubert, Deutschland-Leiter der skandinavischen Fondsgesellschaft Nordea. Das heißt: Dachfondsverwalter dürften in kurzer Zeit große Summen in andere Fonds investieren - und auch wieder abziehen. Darunter könnte die Wertentwicklung der Zielfonds leiden. Ähnlich denkt Björn Drescher, Geschäftsführer der Analysefirma Drescher & Cie. "Ich erwarte stärkere Schwankungen beim Mittelaufkommen, gerade bei Regionen-, Länder- und Themenfonds", sagt er.

In der zweiten Jahreshälfte erwarten Fachleute eine Verschärfung des bereits spürbaren Problems. Die 2009 in Kraft tretende Abgeltungsteuer begünstigt breit anlegende Misch- und Dachfonds. Derzeit sind laut deutschem Fondsverband rund 54 Mrd. Euro in 652 Dachfonds investiert. "In zwölf Monaten dürften das weit über 1 000 Produkte mit über 100 Milliarden Euro sein", erwartet Seubert.

Dachfonds investieren ihrerseits in Fonds statt in Aktien oder Anleihen. Wenn ein Dachfonds einen Fonds kauft, muss der Manager des Zielobjektes dieses Kapital auch anlegen - praktisch zwangsweise. In der Vergangenheit sind manchen Favoritenfonds so teilweise viele Milliarden zugeflossen.

Ein Problem entsteht insbesondere, wenn diese Fonds ihre Lieblingsstellung bei den Dachfondsverwaltern und Bankberatern verlieren. Dann fließen die zuvor investierten Milliarden schnell wieder ab. Der Manager des betroffenen Produktes muss dann Bestände auflösen, obwohl er das gar nicht will und er möglicherweise Positionen unter Wert abstoßen muss.

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