Finanztrends
SEC will Ratings in Anlagevorschriften ersetzen

Die US-Börsenaufsicht SEC will die Abhängigkeit der Investmentfonds von Bonitätseinstufungen der Ratingagenturen bei ihren Kapitalanlagen verringern. Stattdessen sollen die Investoren Kriterien wie die Liquidität und das Risiko eines Investments berücksichtigen.

Bloomberg WASHINGTON. Die SEC werde vorschlagen, in ihren Vorschriften Verweise auf Ratings durch etwas zu ersetzen, "das sich beispielsweise auf die Eigenschaften bezieht, die ein Rating abbildet: Liquidität, Volatilität und die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes", sagte Erik Sirri, Leiter des Bereichs Handel und Märkte bei der SEC, auf einer Konferenz in Washington.

Derzeit schreiben die Regeln der SEC Verwaltern von Geldmarktfonds vor, Anleihen zu kaufen, die maximal noch 13 Monate laufen und von zwei Ratinggesellschaften eine erstklassige Bonitätsbewertung haben. Verzichte die SEC auf den Verweis auf Ratings, müssten die Anleger eine sorgfältigere Prüfung durchführen, ob ein Vermögenswert in die Gütekategorie "Investmentgrade" gehöre, führte Sirri aus.

Laut Lawrence White, Professor an der Stern School of Business der Universität New York, hat die SEC ihre Aufsicht "ausgelagert", als sie die Ratings in ihre Vorschriften aufnahm. "Das Delegieren von Entscheidungen bezüglich der Sicherheit muss aufhören", forderte er auf der Konferenz. "Statt den Banken oder den Brokern oder den Geldmarktfonds oder den Versicherungen zu erzählen, dass sie sich an eine ausgewählte Gruppe von Ratingagenturen halten müssen, sollten Sie diese Auslagerung zurücknehmen."

Die Kreditkrise führte zu Ausfällen auch bei Hypothekenanleihen, die von den Ratingagenturen erstklassige Bonitätsnoten erhalten hatten. So kam es bei Investitionen wie Pensions-, Geldmarkt und Anleihefonds zu Verlusten. Die SEC bemüht sich derzeit um Veränderungen bei den Ratingagenturen, die ja von den Anleihe-Emittenten bezahlt werden.

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