Flexibilität zahlt sich bei nordamerikanischen Aktienfonds au
Fondsmanager setzen sich mit Technologiewerten in Szene

Thorsten Joerss und Nick Evans haben in ihren Portfolios einen gemeinsamen Schwerpunkt: Technologieaktien. Joerss betreut für die Beratungsgesellschaft F.M.C den von Axxion aufgelegten Telos Fund – Momentum Select. Nick Evans ist Fondsmanager des Framlington International Portfolios Nasdaq Fund.

HB/vwd FRANKFURT/M. In der Rangliste der 248 Aktienfonds für nordamerikanische Standardwerte liegt der Fonds der britischen Gesellschaft Framlington mit einem Zwölfmonats-Wertgewinn von 32,76 % an dritter Stelle, der Axxion-Fonds mit 21,29 % auf dem neunten Platz.

Evans ist im Portfolio auf Werte von der technologielastigen Nasdaq festgelegt. Dies sieht Lars Kolbe, Leiter Fondsresearch Feri Trust, skeptisch: „Tech-Titel sind in diesem Jahr bereits sehr stark gelaufen und daher rückschlagsgefährdet – der Framlington- Fonds kann aber nicht auf andere Segmente ausweichen.“ Anders bewertet er den Telos- Fonds. „Er ist sehr flexibel und kann zwischen allen Segmenten umschalten“, sagt er. Daher könnte er in einer zu erwartenden unsicheren Marktphase Vorteile besitzen.

Evans ist optimistischer. Zwar wirkten die Nasdaq-Bewertungen hoch, aber das Gewinnpotenzial vieler Unternehmen werde unterschätzt. Deswegen seien positive Gewinnüberraschungen möglich. „Wir erwarten in den kommenden sechs bis neun Monaten eine weiter überdurchschnittliche Nasdaq-Wertentwicklung im Vergleich zum Dow-Jones- oder S & P-500-Index“, sagt der Framlington-Fondsmanager. Übergewichtet hat er im Fonds Halbleiterhersteller wie Intel. „Wir sind noch früh im Technologiezyklus“, erklärt er, „erst seit kurzem steigen die Aufträge dort wieder“. Das sieht auch Fondsberater Joerss so: „Vier Jahre nach den Investitionen zur Jahrtausendwende lässt sich der Technologiezyklus nicht mehr unendlich lange aufschieben.“ Ebenfalls gut investiert ist Evans bei Internet- und Software-Aktien.

Anders als das Framlington-Produkt ist der Telos-Fonds nicht an Nasdaq-Titel gebunden. Dennoch stellen Technologieaktien – neben Finanzwerten – derzeit mit 15 % den größten Branchenanteil. Berater Joerss sagt: „Hier ist die größte Kursdynamik.“ Der US-Markt befinde sich noch immer in einer liquiditätsgetriebenen Hausse, sagt Joerss: „Und eine Hausse ohne Technologie funktioniert nicht, sie beginnt immer mit Technologiewerten“.

Aktien, die sich durch Momentum – also marktbedingte Kursdynamik – auszeichnen, machen derzeit etwa die Hälfte des Telos-Fonds aus. Doch Joerss hält auch immer einen wertbetonten Aktienbestand – derzeit etwa 25 % des Portfolios – bei einer Barquote von ebenfalls rund 25 %. „Eine so hohe Cash-Quote ist für uns nichts besonderes“, erklärt Joerss. „Wir arbeiten stärker mit dem Cashanteil als andere Fonds. Wir sind global auf einem relativ hohen Bewertungsniveau und müssen auf Jahre hinaus mit stark schwankenden Seitwärtsbewegungen rechnen“, sagt der Fondsberater.

Aus fundamentaler Sicht ist Joerss eher skeptisch, denn Geldmengenwachstum, Haushaltsdefizit und Verschuldung in den USA machen ihm Sorgen. Auch die zuletzt positiven Unternehmensergebnisse hält er für wenig aussagekräftig: „Vieles beruht nicht auf Umsatzsteigerungen, sondern auf Kostenreduzierungen – also einmaligen Effekten.“

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