Flucht in wertstabile Produkte
Aktienfonds sind out

Die Schere öffnet sich immer weiter: An den europäischen Fondsmärkten kauften die Anleger im Januar in bisher unerreichtem Ausmaß Geldmarktfonds und stießen im Gegenzug Aktienfonds in noch nie dagewesenem Umfang ab. „Das sind Rekordzahlen, die die bisherigen Extremwerte bei weitem übertreffen“, sagte Diana Mackay, Geschäftsführerin von Lipper Feri.

FRANKFURT. Nach Angaben der Londoner Fondsanalysefirma erreichte der Nettoabsatz auf der Geldmarktseite 82 Mrd. Euro. Der höchste Zufluss bei Geldmarktfonds im Januar, traditionell der stärkste Monat für diese Produkte, war bisher im Januar 2002 mit 31,6 Mrd. Euro errechnet worden.

Die Abzüge aus Aktienprodukten summierten sich auf 55,7 Mrd. Euro. Das schlägt den bisherigen Negativrekord von 26,5 Mrd. Euro im vergangenen November. Der deutsche Fondsverband hatte in der nationalen Betrachtung für Januar über ein Minus von 3,1 Mrd. Euro bei Aktienfonds berichtet. Europaweit und über alle Fondsgruppen zogen Anleger netto knapp 2,7 Mrd. Euro ab.

Die aktuellen Zahlen reflektieren die Reaktionen der Anleger auf die ausufernde Kreditkrise. Investoren haben ihre Risikoneigung weiter gesenkt. Eine Folge waren die Aktienrückschläge im Januar. "Viele Anleger waren von der Vehemenz der Verluste im Januar überrascht.

Sie sind dann auf die sichere Seite gegangen, um sich die gesamte Jahresperformance nicht zu zerstören", glaubt Peter Schwicht, Deutschland-Chef von JP Morgan Asset Management. "Dazu kamen die Debatten über Wachstumsschwächen und die Inflation, deshalb haben sowohl private als auch institutionelle Investoren ihre Risiken gesenkt."

Nun versuchen Experten die Folgen des Anlegerverhaltens für die Investmentbranche abzuschätzen. Laut Mackay ist diese Motivforschung wichtig für das künftige Anlageverhalten. "Ich glaube an Gewinnmitnahmen, und in diesem Fall kann man hoffen", sagt sie.

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