Fokus auf Europa und Japan
Schwäbische Fondsmanager meiden US-Anlagen

Ein global anlegender Mischfonds mit Vorliebe für den schwäbischen Mittelstand – diese Kombination gibt es in der ansonsten an Exoten reichen deutschen Investment-Landschaft nur selten. Vor 35 Jahren, bei Auflegung des HWG-Fonds, war sie sogar eine absolute Novität.

HB HAMBURG. Das Kürzel steht für „Heidenheimer Wertpapiergemeinschaft“, und ursprünglich sollte ein Sparclub daraus werden. Auf Grund des großen Kundeninteresses knüpften die Initiatoren der Heidenheimer Volksbank aber bald Kontakt zur Frankfurter Universal Investment, die daraus ihren ersten für einen fremden Vertriebspartner aufgelegten „Private-Label-Fonds“ machte. Dessen langfristiger Erfolg spricht für sich selbst: Seit April 1970 erzielte der HWG-Fonds ein Plus von 1 400 Prozent, 600 Prozentpunkte mehr als der Dax.

Auch in den vergangenen zwölf Monaten gehörte der HWG-Fonds mit einem Wertzuwachs von 19,76 Prozent zu den besten überwiegend in Aktien anlegenden Mischfonds. Zum Erfolg beigetragen hat die relativ hohe Gewichtung heimischer Titel. „In der Regel stellen deutsche Aktien mehr als 50 Prozent des Portfolios“, sagt Thomas Mergenthaler von der Heidenheimer Volksbank, der die Anlagepolitik gemeinsam mit dem externen Berater Friedrich Kassner bestimmt.

Aktuell liegt der Anteil allerdings unter 45 Prozent. „Aus Bewertungsgründen haben wir den Europa-Anteil etwas heraufgefahren“, erläutert Mergenthaler. Für die besondere regionale Note sorgen im Umland tätige Firmen wie die Grundstücks- und Baugesellschaft Heidenheim, Mineralbrunnen Überkingen-Teinach und die auf Medizin- und Hygieneprodukte spezialisierte Paul Hartmann AG, die mit insgesamt vier Prozent vertreten sind. Bis zu jeweils zwölf Prozent des Portfolios stellen amerikanische und japanische Titel, wobei das Pendel im HWG-Fonds derzeit klar in Richtung Tokio ausschlägt. „Die japanische Regierung hat ihre Hausaufgaben gemacht, und die Bankenkrise ist beendet“, begründet Mergenthaler seine Zuversicht. Die Perspektiven der US-Börsen sieht er dagegen angesichts steigender Zinsen, hoher Immobilienpreise und einer negativen Sparquote vergleichsweise kritisch.

Ein Urteil, das Gottfried Heller nicht teilt. Zwar setzt auch der Manager des aktuell führenden Fiduka-Universal-Fonds stark auf europäische und dort auf deutsche Aktien, den größten Länderanteil stellen aber mit rund 35 Prozent die USA. „Trotz steigender Unternehmensgewinne ist die Wall Street in diesem Jahr nicht gelaufen, folglich haben sich die Kurs-Gewinn-Verhältnisse reduziert“, sagt Heller, der in den kommenden Monaten ein Ende der Zinserhöhungen und einen weiter rückläufigen Ölpreis erwartet. Vor diesem Hintergrund seien Aktien im Vergleich mit Renten, Immobilien, Gold und Rohstoffen auch 2006 die „mit Abstand interessanteste Anlageklasse“.

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