Fokus auf Nebenwerte
Asienfonds liegen vorn

Um das Thema "Asiatische Nebenwerte" haben Deutschlands Fondsgesellschaften jahrelang einen Bogen gemacht. Erst Anfang 2006 kam mit dem DWS Invest Asian Small/Mid Cap der erste Fonds eines deutschen Anbieters auf den Markt. Dessen Resultate sind durchaus viel versprechend.

HAMBURG. In den vergangenen zwölf Monaten hat der DWS Invest Asian Small/Mid Cap einen Wertzuwachs von 29,23 Prozent erzielt und belegt damit Rang vier unter 116 bei Feri Rating & Research gelisteten Fonds, die im Großraum Asien-Pazifik ex Japan anlegen.

Grundsätzlich halten die von Hongkong aus agierenden Fondsmanager Sam Hanbury und Richard Jones mindestens 70 Prozent des Fondsvermögens in Nebenwerten, die entweder in einem entsprechenden Regionalindex gelistet sind oder eine Marktkapitalisierung zwischen 50 Mill. und zwei Mrd. Euro aufweisen. Bei der Titelauswahl steht das Bewertungsniveau im Mittelpunkt der Anlageentscheidung. "Wir kaufen eine Aktie für gewöhnlich nur dann, wenn sie gemessen am Buchwert mit einem Bewertungsabschlag von mindestens 40 Prozent gehandelt wird", sagt Jones. Um zyklische Aktien, zum Beispiel aus der Rohstoff- und Chipindustrie, macht das Duo generell einen Bogen. Jones: "Damit wollen wir vermeiden, dass starke Preiskorrekturen den Fonds belasten." Auf regionaler Ebene bevorzugen die DWS-Manager derzeit vor allem Aktien aus Hongkong, wo rund ein Drittel des Portfolios investiert ist. Ein weiteres Drittel steckt in Titeln aus Taiwan, Malaysia und Korea.

Im Portfolio des zweitplatzierten Carlson Fund Equity Asian Small Cap sucht man Aktien aus diesen Ländern dagegen vergeblich. "Wir spielen aktuell vor allem die Themen Umwelt, Gesundheitswesen, Konsum und Infrastruktur", erläutert Managerin Anna Ho. Aus diesen Bereichen gebe es derzeit keine attraktiven Titel in den genannten Ländern. Mit ihrem Themenschwerpunkt begründet Ho auch das hohe Engagement in Indien: Während die Manager des DWS-Fonds diesen Markt für überteuert halten und komplett meiden, setzt Ho aktuell mit 20 Prozent des Portfolios auf den Subkontinent. Dass ihr Fonds bereits ein Volumen von 469 Millionen Euro hat, beunruhigt die Managerin des 1995 aufgelegten Carlson-Fonds nicht. "Die Märkte in Indien und China werden immer liquider, so dass wir keinen Anlass sehen, über eine vorübergehende Schließung nachzudenken", sagt Ho.

Auch Thomas Portig sieht eine kritische Grenze für den Fonds noch lange nicht erreicht. "Erst ab etwa 1,5 Mrd. Euro könnte es schwierig werden, die Anlagestrategie weiter zu verfolgen", sagt der Leiter des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management. Das Anlagesegment beider Fonds hält er für äußerst spekulativ.

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