Fokussierung im Biotech-Sektor
Fondsmanager setzen auf die Krebsforschung

In der Kategorie „Gesundheitswesen und Biotechnologie“ der Bad Homburger Analyseagentur Feri finden sich nicht mehr nur klassische Biotech- und Pharmafonds.

HAMBURG. Das Schweizer Fondshaus Pictet bietet mit dem Pictet Generics bereits seit 2003 ein weit spezialisierteres Produkt an, das ausschließlich auf Hersteller von Nachahmerprodukten setzt. Auch die Bank Syz versucht seit Oktober dieses Jahres mit einem ähnlich fokussierten Fonds bei den Anlegern zu werben. Ihrem Oyster Biotechnology verpasste sie neben dem neuen Namen Oncology und der neuen Strategie auch ein neues Management. Das neue Team von der Vermögensverwaltung Adamant Biomedical investiert – anders als der bisherige Fondsverwalter MPM Capital – ausschließlich in Unternehmen, deren Haupttätigkeit im Bereich der Krebsforschung (Onkologie) liegt.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen: So belegt der Oyster Oncology derzeit mit einem Zwölf-Monats-Plus von 9,30 Prozent das fünftbeste Ergebnis unter 89 Gesundheitsfonds. „In der Onkologie sehen wir das Therapiegebiet mit den innovativsten Ansätzen innerhalb der Gesundheitsbranche“, sagt Adamant-Berater Nicholas Draeger. Der Bereich wachse insgesamt derzeit um mehr als zehn Prozent jährlich, während das Wachstum in der gesamten Gesundheitsbranche im Schnitt bei sechs Prozent liege. Zum Portfolio des Fonds gehören derzeit unter anderem die US-Gesellschaft Exelis, das schwedische Medizintechnik-Unternehmen Elekta sowie Genentech, der globale Marktführer im Bereich der Krebsforschung.

Im Pictet Biotech, der mit einem Wertzuwachs von 11,96 Prozent derzeit Platz drei innerhalb der Vergleichsgruppe belegt, findet sich derzeit keines der drei genannten Unternehmen. Dennoch sieht auch dessen Berater Michael Sjöström in der Krebsforschung großes Potenzial. Das gleiche gelte jedoch auch für andere Sektoren des Biotech-Sektors. „Hohe Wachstumsraten weisen unter anderem auch Unternehmen aus den Bereichen Immunologie und Stoffwechselerkrankungen auf“, sagt der Gründer der auf Biotechnologie-Unternehmen spezialisierten Gesellschaft Sectoral Asset Management. Anders als die Produktverantwortlichen der Bank Syz hält Sjöström, der auch den Pictet Generics betreut, das Onkologie-Segment für zu klein, um als ausschließliches Anlagesegment für einen Fonds infrage zu kommen. Eine Meinung, die auch Björn Drescher vertritt. „Die Branche verspricht zwar überdurchschnittliche Wachstumsaussichten, doch Manager klassischer Biotech-Fonds werden ohnehin stark auf entsprechende Unternehmen setzen“, sagt der Herausgeber des Informationsdienstes „Fonds im Visier“ in St. Augustin.

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