Fonds-Analyse
Deutsche Aktienfonds rutschen weiter ab

Mit deutschen Aktienfonds für Standardwerte haben Anleger in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt mehr als 15 Prozent ihres Kapitals verloren. Und Vermögensverwalter sehen noch kein Licht am Ende des Tunnels. Nur für ausgewählte Segmente geben sich die Experten momentan optimistisch.

FRANKFURT. An Verluste im Dax haben sich die Investoren schon fast gewöhnt. Doch dass die deutschen Aktienfonds für Standardwerte auch im Februar wieder sehr negative Wertentwicklungen bescheren, enttäuscht selbst Pessimisten. Keines der Portfolios schaffte auf Monatssicht ein Plus (siehe Tabelle). Bis zu 16,5 Prozent stehen die Papiere in der Kreide. Der Vergleichsindex MSCI-Germany verlor knapp zwölf Prozent an Wert.

Auch in den vergangenen zwölf Monaten lag die Fondskategorie durchweg im Minus. Mit einem Verlust von 24 Prozent landete der KE-German-Opportunities-Fund auf Platz eins der Fonds-Hitliste. Vermögensverwalter ist Kepler Capital Markets. Fondsmanager Holger Ebner setzt größtenteils auf deutsche Bluechips. Bei Nebenwerten ist er nur in Ausnahmefällen engagiert. Und das kam der Fondsperformance in den vergangenen Wochen nur zugute.

Denn Aktienexperten raten von der Anlageklasse eindeutig ab: "Aktien kleiner und mittelgroßer Firmen stehen sehr wahrscheinlich von einer neuerlichen Phase unterdurchschnittlicher Wertentwicklung", sagt Gerhard Schwarz, Analyst bei Unicredit. Er empfiehlt große Titel aus den Bereichen Rohstoffe, Chemie, Bau, Versicherungen und Versorger überzugewichten. "Auch die extrem defensive Positionierung vieler Investoren bildet kurzfristig eine gute Voraussetzung für eine Fortsetzung des Erholungsbewegung."

Nur leichte Verluste von 0,5 und 0,8 Prozent mussten im Februar der KE-German-Opportunities und der HSBC-Special-Inka hinnehmen. "Wir halten an den bestehenden Positionen in den Sektoren Chemie und Energie fest", sagt Babak Kiani von HSBC. Der seit Jahresanfang für den Fonds verantwortliche Leiter des Aktien-Portfoliomanagements setzte auch auf eine kurzzeitige Rohstoffposition. "Das quantitative Auswahlmodell des Fonds zeigte uns im Februar eine Einstiegsmöglichkeit in Industrierohstoffen an; die haben wir genutzt."

Allerdings bescherte das Engagement dem Papier innerhalb von nur drei Tagen sechs Prozent Verlust. "Sobald sich eine Aktie im Portfolio nicht erwartungsgemäß steigt, können wir zügig wieder aussteigen", sagt Kiani. Die jährliche Verwaltungsgebühr des Special-Inka liegt bei einem Prozent und damit deutlich unter den Durchschnittskosten für aktiv verwaltete Aktienfonds.

Der Experte von der HSBC rechnet künftig nur für ausgewählte Sektoren in Deutschland mit nachhaltigen Aufwärtstrends und bleibt mit Chemie- und Energieaktien im Portfolio vergleichsweise defensiv. "Höchstens die Bauwirtschaft könnte im Jahresverlauf noch nachziehen", sagt Kiani. Aber bei dem derzeit stark schwankendem Dax kann auch er keine eindeutige Prognose abgeben: "Solange der Bär nicht erlegt ist, wird das Fell nicht verteilt."

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