Fonds-Anlage
Nicht jedem Trend hinterherlaufen

Modeerscheinungen verleiten in nahezu jeder Branche die Kunden zu Käufen - im Finanzbereich hat das eine besondere Brisanz. Setzen Anleger auf schillernde Finanzprodukte, ohne das eigentliche Konzept dahinter zu kennen, riskieren sie, ihr Geld zu verlieren.

HB LUXEMBURG. Besser ist es, bewährten Anlagestrategien zu folgen. Dazu zählen zum Beispiel die beiden gegensätzlichen Ansätze der Value- und Growth-Strategie. Grundsätzlich sollten sich Anleger vor dem Kauf eines Fonds anhand des Kurzporträts genau über das Produkt informieren. Schwarz auf weiß können hier die Strategie und die größten Einzelpositionen im Fonds nachgelesen werden. Stellt das Investmenthaus zudem weitere Informationen zur Verfügung - wie beispielsweise alle gehaltenen Positionen und den Nachweis, dass die verfolgte Anlagestrategie konsequent beibehalten wird -, dann sind das deutliche Qualitätsmerkmale eines Fonds und seiner Investmentgesellschaft.

Setzen Anleger als Basis-Investment auf einen Value-Fonds, der seine Anlageschwerpunkte in den G7-Staaten setzt, können sie einen nachhaltigen und konstanten Ertrag erzielen. Ein langfristiger Anlagehorizont - fünf bis zehn Jahre - ist dabei ebenfalls von Vorteil. Je nach Erfahrungswerten, Liquidität und Risikoneigung können auch andere Fonds ins Depot aufgenommen werden. Doch Vorsicht: Nur durch eine vernünftige, systematische Diversifikation kann das Risiko gestreut werden.

Während der Wachstumsansatz schnelle Rendite verspricht und häufig Modethemen folgt - die Trends reichen von New Economy bis zu regenerativen Energien - stellt der Value-Ansatz eine konservative und verlustvermeidende Strategie dar. Bei ihr analysiert der Fondsmanager die Bilanzen eines Unternehmens und kann so feststellen, ob eine Aktie unter- oder überbewertet ist. Ein reiner Value-Investor kauft nur, wenn die Aktie unter ihrem fairen Wert gehandelt wird. Und er veräußert sie konsequent, sobald sie den von ihm analysierten Wert erreicht hat.

Diese Strategie verlangt viel Disziplin, Ausdauer und Fachwissen. Der Fondsmanager muss Zahlen- und Analyseprofi in einem sein, um nach intensiver Durchleuchtung des Unternehmens und seiner Bilanz eine Entscheidung treffen zu können. Studien belegen, dass das Value-Investing dem Growth-Investment langfristig überlegen ist. Demgegenüber steht die mögliche schnelle Wertentwicklung bei der Growth-Strategie.

Neben der Wahl der passenden Investmentstrategie sollte der Anleger abwägen, in welche Regionen auf der Welt er investiert: Wie viel Risiko ist er bereit zu tragen? Hier bieten sich Aktienmärkte an, die der Anleger selbst einschätzen kann. Dabei verhält es sich ähnlich wie bei den Investmentansätzen: Exotische Länder und neue Märkte bieten hohe, kurzfristige Renditechancen - aber auch ein hohes Risikopotenzial. Im Gegensatz dazu können Anlagen in Industriestaaten bei geringerem Risiko mittel- bis langfristige stabilere Renditen erwirtschaften.

Jens Moestrup Rasmussen ist Head of Equities bei Sparinvest und Fondsmanager des Sparinvest SICAV - Global Value.

Warren Buffett

Der Milliardär Warren Buffet ist der wohl bekannteste Verfechter des Value-Ansatzes. Seine Holding Berkshire Hathaway investiert ausschließlich in Substanz-Titel. Dass er damit auch schon einmal Trends verpasst, lässt ihn kalt. Sein Erfolg gibt ihm Recht: Seit 1964 hat Buffet mit seiner Holding jährliche Renditen von rund 22 Prozent erwirtschaftet und damit das Börsenbarometer S&P 500 deutlich geschlagen.

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