Fonds-Awards
Die neue Bescheidenheit der Fondsmanager

Euro-Krise, hektische Rettungsaktionen für Schuldenstaaten - die Märkte bleiben angespannt. Die Laune vieler Fondsmanager trübt das nicht, sie schätzen auch kleine Lichtblicke und feiern ihre Besten. Ein Stimmungsbericht
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Frankfurt„Eine Sorge weniger“, so der Grundtenor zahlreicher Small-Talks gestern Abend, unmittelbar vor Beginn der feierlichen Zeremonie zur Verleihung der Feri Fund Awards. Gemeint war die jüngste Rettungsaktion für Griechenland: Nach zähen Verhandlungen hatten sich tags zuvor Eurogruppe und Internationaler Währungsfonds auf die Freigabe neuer Notkredite geeinigt.

Bei den meisten Teilnehmern der Veranstaltung sorgte diese lange erwartete Entscheidung offensichtlich für etwas Entspannung. Hintergrund: Eine unkontrollierte Staatspleite des Krisenlandes mit unabsehbaren Folgewirkungen auf die Wirtschaft Europas und die Finanzmärkte weltweit scheint einmal mehr abgewendet. Die Börsen atmen auf, die Kurse steigen.

Auch wenn diese Maßnahme nicht als der große Durchbruch angesehen wird: „Kurzfristig dürfte das zur weiteren Stabilisierung an den Märkten beitragen“, zeigte sich einer der rund zweihundert Gäste zuversichtlich, die in das Bad Homburger Schloss gekommen waren. „Eine der größten Gefahren ist wohl bis auf weiteres gebannt“, stimmte ein anderer am Stehtisch zu. „Schau‘n wir mal, wie es nun weitergeht.“

Keine Frage: Die Branche ist bescheidener geworden. Das wurde gestern bei den Gesprächen immer wieder deutlich. Man weiß mittlerweile auch die kleinen Lichtblicke zu schätzen - auch wenn übermorgen wieder alles ganz anders sein kann - angesichts der Probleme, mit denen man nach wie vor zu kämpfen hat: Die Mittelabflüsse aus vielen aktiv geführten Fonds machen den Geldmanagern weiter zu schaffen.

„Und noch immer muss sich ein Großteil der Fonds die Frage gefallen lassen, welchen Daseinsberechtigung ein Portfolio hat, dass es nicht schafft, seine Benchmark dauerhaft zu schlagen“, räumt einer der anwesenden Experten hinter vorgehaltener Hand ein.

Am gestrigen Abend trat jedoch all dies vorübergehend in den Hintergrund: Die Stimmung war ausgelassen, die Atmosphäre feierlich auf den Awards, die von der Ratingagentur Feri Eurorating Services erstmals auch in Kooperation mit dem Medienpartner Handelsblatt verliehen wurden.

„Natürlich wird die Finanzbranche auch 2013 noch keinen Ruhezustand gefunden haben“, sagte Tobias Schmidt, Sprecher des Vorstandes bei Feri zur Begrüßung. „Aber: Die Investmentfondsindustrie wird gebraucht“, bemühte er sich um Zuversicht.

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Kürbisrahmsuppe und kross gebratener Zander

Kommentare zu " Fonds-Awards: Die neue Bescheidenheit der Fondsmanager"

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  • "Die Mehrzahl der Anleger hat von Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik keine Ahnung." deshalb ist die verwunderung immer gross wenn wieder eine blase platzt und die anleger ihr erspartes verlieren. gut wer den nervenkitzel brauch

  • @Schuischel
    und was lernen wir daraus?
    Die Mehrzahl der Anleger hat von Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik keine Ahnung.
    Fondsmanager ist doch ein geiler Job, Geld mit anderer Leute ihrem Geld zu verdienen, ohne ein persönliches Verlustrisiko.
    Wären die Jungs wirklich gut, bräuchten Sie das Geld anderer Leute nicht. Sie würden es mit Ihrem Eigenen machen!

  • Hier feiert sich eine gierige Kaste für minimale Rendite. Dafür belohnt sich diese mit exorbitanten Gehältern und Boni. Die Rechnung bekommt der kleine Anleger präsentiert in Form von Negativ"erträgen". Da staunt dann Müller und Meier zu Jahresbeginn, wenn er seinen Kontoverlauf des Vorjahres in Händen hält und erkennt, das sein Erspartes wieder weniger geworden ist.

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