Fonds beschränken sich erfolgreich auf umwelt- und sozialverträgliche Beteiligungen
Dexia und Sarasin punkten mit Ölwerten

Grüne oder nachhaltige Investments sind gut fürs Gewissen, nicht aber für den Geldbeutel, lautet ein weit verbreitetes Urteil. Den Gegenbeweis liefern im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 117 defensiv ausgerichteten Mischfonds gleich zwei Angebote: Dexia und Sarasin.

HB HAMBURG. Grüne oder nachhaltige Investments sind gut fürs Gewissen, nicht aber für den Geldbeutel, lautet ein weit verbreitetes Urteil. Den Gegenbeweis liefern im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 117 defensiv ausgerichteten Mischfonds gleich zwei Angebote: Der Dexia Sustainable Sicav - European Balanced Low belegt mit einem Wertzuwachs von 11,25 Prozent Rang sieben, der Sarasin-FairInvest Universal-Fonds folgt mit 10,77 Prozent auf Rang neun (siehe Tabelle).

Beide Fonds sind europäisch ausgerichtet und investieren den überwiegenden Teil ihres Vermögens in auf Euro lautende Festzinspapiere. Deren Emittenten müssen eine Reihe von Bedingungen erfüllen, um ins Portfolio aufgenommen zu werden: Bei Staatsanleihen etwa achtet die französisch-belgische Bankengruppe Dexia darauf, dass die jeweilige Regierung die wichtigsten internationalen Abkommen ratifiziert hat und einhält. Die Schweizer Privatbank Sarasin geht noch einen Schritt weiter: Weil sich zum Beispiel der französische Staat aktiv zur Atomenergie bekennt, haben Frankreich-Anleihen im Portfolio des FairInvest-Fonds keine Chance. "Titel von Staatsunternehmen wie dem Bahnbetreiber SNCF kaufen wir dagegen schon", betont Fondsberaterin Gabriele Grewe.

Auf der Aktienseite bleiben Unternehmen außen vor, die sich in den Bereichen Rüstungsgüter, Tabak, Chlor- und Agrarchemie, Pornographie, Glücksspiel oder Automobilbau betätigen. Auch Fluggesellschaften sind tabu. Die gute Wertentwicklung der vergangenen zwölf Monate führt Grewe unter anderem darauf zurück, dass sie den maximal zulässigen Aktienanteil von 30 Prozent des Fondsvermögens seit längerem weitgehend ausschöpft. Ferner hätten viele im Vergleich zur Konkurrenz besonders nachhaltig wirtschaftende Firmen überdurchschnittlich abgeschnitten. Als Beispiel nennt Grewe den norwegischen Ölförderer Statoil, der durch seine hohen Umwelt- und Sozialstandards überzeugt und dessen Aktie seit Juli 2004 mehr als 80 Prozent zulegte.

Im Dexia-Fonds (aktueller Aktien-Anteil: 34 Prozent) sorgten ebenfalls Ölwerte wie BP, OMV oder ENI für Rückenwind. Die Aussichten für europäische Aktien beurteilt Wim Vermeir, der Leiter des Nachhaltigkeits-Teams bei Dexia, weiter positiv: "Viele Bewertungen sind nach wie vor attraktiv. So lange das so bleibt, werden wir Aktien gegenüber Renten übergewichten."

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