Fonds-Check
Templeton punktet mit Argentinien-Anleihen

Die US-Gesellschaft und der deutsche Marktführer DWS legen Total-Return-Ansatz höchst unterschiedlich aus.

HB DÜSSELDORF. Den Begriff "Total Return" dürften nur wenige Anleger mit Argentinien-Anleihen in Verbindung bringen. Und doch stellt derzeit ausgerechnet eine variabel verzinste, bis März 2012 laufende Anleihe des südamerikanischen Pleite-Staats mit einem Anteil von mehr als sechs Prozent die größte Position im Templeton Global Total Return Fund, gefolgt von einem vergleichbaren Papier aus Venezuela in ähnlicher Größenordnung.

Die beiden Beispiele zeigen, dass Kapitalerhalt um jeden Preis - eine der gängigen Definitionen von Total Return - nicht das vorrangige Ziel der Templeton-Manager Alex Calvo und Michael Hasenstab ist. Statt dessen streben sie eine Maximierung der laufenden Erträge an und nutzen dabei globale Zinsentwicklungen ebenso wie Währungstrends. Bislang mit Erfolg: Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 190 weltweit anlegenden Rentenfonds belegt der Templeton Global Total Return mit einem Wertzuwachs von 12,20 Prozent Rang vier (Tabelle).

Allein im Mai erzielte der Fonds ein Plus von 4,48 Prozent, was aber entgegen dem ersten Eindruck nicht mit der Stärke des US-Dollars zusammenhängt. Zwar ist der Dollar die offizielle Fondswährung, doch in den Anlageüberlegungen der Manager spielt er kaum eine Rolle. "Grundlegende Fundamentaldaten wie die weitere Verschlechterung des Leistungsbilanzdefizits sprechen mittelfristig für wieder schwächere Notierungen", betont Calvo. Aktuell sind lediglich 15 Prozent des Portfolios in auf US-Dollar lautenden Papieren investiert, in der Summe ungleich höher gewichtet sind Asien-Währungen wie der koreanische Won, die indonesische Rupiah und der thailändische Bath. Die mittlere Kapitalbindungsdauer (Fachbegriff: Duration) im Fonds ist mit 3,3 Jahren vergleichsweise niedrig.

Mit nur knapp zwei Jahren fällt diese Kennzahl beim auf Rang 186 liegenden DWS Invest Total Return Bonds noch niedriger aus. Auch sonst präsentiert sich dessen Portfolio eher konservativ: Die DWS-Manager Markus Kohlenbach und Xue Ming Song nehmen es mit dem Begriff Total Return sehr genau und investieren stets mindestens 50 Prozent in nicht von Währungsschwankungen betroffene Euro-Titel. Vorrangiges Ziel ist es dabei, den Geldmarktzins Euribor um ein bis drei Prozentpunkte zu schlagen.

"In einem Umfeld, in dem viele Rentenmärkte nahe ihrem Allzeithoch notieren, sind Fonds mit einem konservativen Total-Return-Konzept sehr empfehlenswert", urteilt Oliver Borgis.

Der Leiter des Portfoliomanagements Renten der Weberbank erwartet, dass der DWS-Fonds steigende Renditen erheblich besser abfedert als viele aktuell besser platzierte Mitbewerber. Dennoch habe er zuletzt zahlreiche Chancen ausgelassen und auch die eigene Zielvorgabe verfehlt. Beim Templeton-Fonds rät Borgis bis auf weiteres zur Beobachtung: "Dieser junge Fonds muss sich erst noch in einem schwierigeren Marktumfeld beweisen."

Egon Wachtendorf, DER FONDS

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