Fonds
China-Fonds auf Shoppingtour in Europa

Auf Einkaufstour: Die chinesische Beteiligungsgesellschaft GSR kauft das Beleuchtungsgeschäft Lumileds von Philips. Doch der Fonds hat noch nicht genug. Er nimmt weitere Akquisitionen in Europa ins Visier.
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GSR will nach Angaben des Vorsitzenden Sonny Wu in den Bereichen Technologie, erneuerbare Energien und Pharmazie im Ausland zukaufen. Dafür will GSR einen weltweiten Akquisitionsfonds auflegen und Gelder im Volumen von fünf Milliarden Dollar beschaffen. Im Visier stehe Europa, wo die Bewertungen angemessener seien als in den USA, wie Wu sagte.

„Wir schauen uns diejenigen Unternehmen weltweit an, die in ihren Sektoren die Nummer eins oder zwei sind”, erläuterte Wu am Montag im Interview mit Bloomberg in Hongkong. “Sie wachsen möglicherweise nicht schnell, aber dafür wird die Verbindung mit China sorgen.”

Wu ist ein früherer Manager von Nortel Networks Corp., der die Unterstützung eines Immobilienmagnaten und Solarunternehmers aus Hongkong genießt. Er legt einen Buyout-Fonds auf, der größere Akquisitionen im Bereich technologieorientierter Unternehmen mit Wachstumspotenzial in China vornehmen soll. In diesem Jahr haben chinesische Beteiligungsgesellschaften bereits grenzüberschreitende Transaktionen im Volumen von 28,1 Milliarden Dollar getätigt, im Vergleich zu 10,2 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht.

GSR, mit Büros in Peking, Hongkong und im kalifornischen Palo Alto, betreibt auch Risikokapital- und Wachstumskapitalfonds. Die Gesellschaft will Wu zufolge in die Bereiche Biotechnologie und Gesundheit expandieren.

„Pharma ist riesig in China. Andere Leute bauen Krankenhäuser auf oder helfen bei der Restrukturierung staatlicher Unternehmen – wir tun das nicht”, sagte Wu, „wir wollen pharmazeutische Firmen kaufen - wir suchen weltweit - und wollen sie nach China bringen.”

Ein von GSR unterstützter Fonds führt eine Gruppe von Investoren an, die im März vereinbarte, Philips Lumileds für 2,8 Milliarden Dollar zu kaufen. Die Käufer haben Wu zufolge die Genehmigung der US-Kartellbehörde erhalten und streben an, die Transaktion bis Oktober abzuschließen.

Wus Fonds, deren Manager unter anderem von Samsung Electronics Co. kommen, werden sich auf Gebieten, in denen keine eigene Expertise vorliegt, mit erfahrenen Unternehmern zusammentun. In China „müssen die Leute, die Geld verdienen werden, weltweit konkurrieren”, sagte Wu. „Wir wollen die industrielle Landschaft verändern.”

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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