Fonds erzielen zweistellige Renditen
Starcapital und BB-Invest meiden Indizes

Als „formal ein bisschen ungewöhnlich“ beschreibt Karl-Heinrich Mengel die Situation beim WFBV Universal Bondvalue. Der Vorstand der Vermögensverwaltungsfirma Starcapital berät Universal Investment beim Management ihres global anlegenden Rentenfonds. Er vertraut dabei aber selbst auf fremde Hilfe.

HAMBURG. Seit Mitte August gibt der Unternehmensberater Rüdiger Brauel die Richtung vor. Die ungewöhnliche Situation erregt Aufmerksamkeit, denn der Fonds liegt im Konkurrenzvergleich über zwölf Monate mit einer zweistelligen Rendite auf einem guten sechsten Platz.

Nötig wurde diese Konstellation durch den plötzlichen Tod des Starcapital-Gründers Horst-Detlev Vogel im Januar. Vogel galt als ausgewiesener Rentenexperte und hatte den Fonds seit der Auflage 1997 gemanagt. In den vergangenen Monaten wurde das Produkt dann von Peter E. Huber betreut, der für eine ganze Reihe anderer erfolgreicher Starcapital-Produkte verantwortlich ist. Nach Vogels Tod kam es jedoch zwischen Huber und den Starcapital-Gesellschaftern zu Differenzen, so dass schnell eine andere Lösung gefunden werden musste.

Die sieht alles andere als nach einer Notlösung aus. Denn Brauel ist in der Szene kein Unbekannter: Von 1987 bis 1997 arbeitete er für den Branchenprimus DWS und leitete dann fünf Jahre lang das Rentenfonds-Management der Union Investment, bevor er sich 2003 selbstständig machte. „Am Konzept des WFBV Universal Bondvalue wird sich nichts ändern“, betont Mengel vorsorglich. Wie bisher spielen Vergleichsindizes keine Rolle, und der Kapitalerhalt steht im Vordergrund.

Nach ähnlichem Rezept betreut Kathrin Spanek seit Ende 2003 auch den zuvor sehr indexnah gemanagten BB-Multirent der Berliner BB-Invest. Dabei tat die Abkopplung vom Staatsanleihenindex der Citigroup dem Portfolio sichtlich gut, wie Rang fünf in der Tabelle belegt. „Einen Teil der Mehrrendite haben wir in Osteuropa erzielt“, erläutert Spanek. Auf der Suche nach Märkten, die ein besseres Chance-Risiko-Potenzial als herkömmliche Bundesanleihen aufweisen, hält sie der Region die Treue und setzt dabei vor allem auf Polen. Wie der WFBV-Bondsvalue ist der BB-Multirent darüber hinaus in Australien und Neuseeland übergewichtet, auch wenn Spanek dort über kurz oder lang einen Teil der erzielten Gewinne mitnehmen will.

„Angesichts der unsicheren Per-spektiven an den Anleihemärkten sollten Anleger Rentenfonds eher untergewichten“, rät Matthias Reinhardt. Gleichzeitig unterstreicht der Geschäftsführer des Finanzdienstleistungsinstituts Reinhardt & Foldenauer in Freiburg, dass diese Anlageklasse grundsätzlich in jedes ausgewogene Depot gehöre. Dabei stehen sowohl der WFBV-Bondvalue als auch der BB-Multirent auf seiner Beobachtungsliste: „Der eine muss beweisen, dass sich der Managerwechsel nicht nachteilig auswirkt, und der andere, dass das flexiblere Konzept auch in schwierigeren Kapitalmarktsituationen funktioniert.“

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