Fonds-Firmen: Allianz schluckt Cominvest

Fonds-Firmen
Allianz schluckt Cominvest

Die Tage der Cominvest sind gezählt. Seit Montag gehören die Commerzbank-Fondsfirmen zur Allianz-Fondstochter Allianz Global Investors (AGI), vorerst als rechtlich eigenständige Gesellschaften. Dies gaben beide Firmen gestern bekannt. Doch bereits „bis Ende des ersten Quartals wollen wir mit einer einheitlichen Produktpalette am Markt sein“, sagt ein Vertreter der Cominvest.

FRANKFURT. Danach dürfte die Marke Cominvest binnen Monaten verschwinden, schätzt Rüdiger Sälzle, Geschäftsführer des Fondsberatungshauses Fonds Consult. Im Zuge der gemeinsamen Produktstrategie gebe es Anpassungen bei den Produktnamen, bestätigt ein Vertreter von AGI. „AGI ist die globalere, stärkere Marke“, sagt er. Die Integration dauert allerdings laut den Beteiligten mindestens bis 2010.

Die Cominvest, die zur Finanzierung der Dresdner-Bank-Übernahme durch die Commerzbank an AGI gegangen ist, wurde wie erwartet mit 700 Mio. Euro bewertet. Für einen Vermögensverwalter, der rund 60 Mrd. Euro managt, gilt dies als relativ niedrige Bewertung.AGI verwaltet jetzt Fondskapital in Höhe von gut 300 Mrd. Euro und ist damit größter deutscher Anbieter.

In die Cominvest-Geschäftsführung treten nun zusätzlich Oliver Clasen und Wolfgang Pütz von der AGI ein; sie verantworten das institutionelle Geschäft und die Integration. Im Gegenzug geht Cominvest-Geschäftsführer Matthias Glas an die AGI-Spitze und kümmert sich um den Vertrieb über Banken und Finanzvermittler. Sebastian Klein bleibt Sprecher der Cominvest-Geschäftsführung.

Bei der Vereinheitlichung der Fondspalette stehen vor allem Publikumsfonds für Privatkunden zur Disposition. Überschneidungen sehen Experten bei Aktien- wie Rentenfonds. Bei der Cominvest bleiben laut eigener Aussage knapp 100 von 240 Publikumsfonds erhalten, darunter Flaggschiff-Produkte wie der deutsche Aktienfonds Fondak.

Man will sich bemühen, die Fondspalette möglichst so zu verschmelzen, dass Anleger ihren Bestandsschutz vor der Abgeltungsteuer behalten, heißt es bei AGI. Würden Fonds geschlossen und das Kapital in andere Fonds angelegt, würde dies wie Verkauf und Kauf gewertet, und der Schutz wäre verloren. Insgesamt rechnen Berater wie Sälzle damit, dass gut die Hälfte der gut 500 Publikumsfonds beider Häuser verschwindet.

Deutlicher Personalabbau dürfte folgen. Experten erwarten, dass rund 30 Prozent der insgesamt über 1600 Stellen in Deutschland wegfallen, vor allem in der Verwaltung und im Fondsmanagement. Bei AGI und Cominvest wollte man dies nicht kommentieren. „Wir werden, auch wegen der Finanzkrise, sehr auf die Kosten schauen“, sagt der AGI-Vertreter.

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