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Fondsgebühren erreichen Höchststand

Die Fondsgesellschaften bitten ihre Anleger zur Kasse. Die laufenden Gebühren bei Investmentfonds sind so hoch wie noch nie. Der neueste Trend sind erfolgsabhängige Zusatzzahlungen. Damit dürften Anleger in der Zukunft noch mehr zahlen als jetzt. Was Fondsanleger besser wissen sollten.

FRANKFURT. Die laufenden Gebühren bei Investmentfonds haben laut Experten ihren Höhepunkt erreicht. Doch ein anderer Trend beginnt diese Entwicklung zu überlagern: Erfolgsabhängige Zusatzgebühren kommen immer mehr in Mode. "Alles zusammengerechnet dürften die Anleger im Schnitt künftig viel mehr zahlen, auf jeden Fall werden die Gebührenmodelle komplexer und weniger transparent", sagt Ed Moisson, Analyst bei der Fondsresearchfirma Lipper in London.

Der Anleger zahlt beim Erwerb eines Investmentfonds in der Regel eine einmalige Kaufgebühr, die beispielsweise bei Aktienprodukten fünf Prozent der Kaufsumme betragen kann. Dazu kommen laufende Kosten, die dem Fondsvermögen abgezogen werden. Das ist die Management- beziehungsweise Verwaltungsgebühr mit den darin enthaltenen Anteilen für den Vertrieb, den in der Regel Banken übernehmen.

Nach Berechnungen, die Lipper für das Handelsblatt vornahm, ist diese wichtigste laufende Gebühr in den vergangenen zehn Jahren bei den in Deutschland zugelassenen Produkten von 1,13 Prozent auf durchschnittlich 1,47 Prozent gestiegen. Auch für andere Fondskategorien kommt die Analysefirma auf Zuwächse, die allerdings weniger deutlich ausfallen. Die Gesamtkosten liegen bei 1,93 Prozent, vor zehn Jahren lag der Wert noch bei 1,70 Prozent.

Für die stark gestiegenen Managementgebühren machen Experten vor allem die explodierenden Vertriebsanteile verantwortlich. Bis Anfang der neunziger Jahre war diese Gebührenkomponente in Deutschland praktisch unbekannt. "Das änderte sich mit dem Markteintritt ausländischer Anbieter", blickt Wolfgang Mansfeld, Präsident des nationalen Fondsverbandes BVI, zurück.

Ausländische Häuser verfügen im Gegensatz zu den großen deutschen Investmentgesellschaften meist nicht über Filialnetze von Mutterbanken. Sie bieten daher fremden Banken Anteile an ihrer Managementgebühr, wenn diese die Produkte an ihre Kunden verkaufen. Schätzungen zufolge fließt inzwischen im Durchschnitt die Hälfte der Managementgebühr an den Vertrieb. Im Sog der Offensive ausländischer Häuser erhöhten auch die nationalen Anbieter ihre Verwaltungsvergütungen. "Die haben nachgezogen", sagt Moisson.

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