Fonds: Hedgefonds stoppt Rauswurf-Automatik

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Hedgefonds stoppt Rauswurf-Automatik

An Motivation fehlt es den Vermögensverwaltern des Hedgefonds-Stars Steve Cohen bisher nicht. Wenn sie ein Minus von mehr als zehn Prozent vorlegen, fliegen sie. Jetzt möchte die Firma ihr Raubein-Image ändern.
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Steven Cohen fiel schon bei seinem früheren Hedgefonds SAC Capital Advisors mit seinen auf Leistung getrimmten Führungsstil auf. Auch bei seinem neuen Unternehmen Point72 welches das private Vermögen des Milliardärs verwaltet, nachdem dieser im vergangenen Jahr SAC geschlossen hatte, dürfte Cohen kaum als Weichei gelten.

Beim Blick in Marketing-Broschüren zeigte sich, dass Cohen das verwaltete Vermögen seiner Geldmanager kürzte, sobald das Portfolio gegenüber dem Höchstwert um fünf Prozent gefallen war. Noch ärger erging es Cohens Mitarbeiters, die einen Verlust auf 10 Prozent vorlegten. Diese Rendite-Minderleister wurden automatisch vor die Tür gesetzt.

Nun möchte Cohen diese als „Down & Out“ („Runter & Raus“) bekannte Praxis ändern und keine Manager mehr automatisch feuern, wenn ihre Verluste eine bestimmte Grenze überschreiten.

Diese plötzliche Gnade könnte in Zusammenhang mit mehreren Veränderungen bei Point72 zusammenhängen, mit sich das Image des Unternehmens verbessern soll. Gegen den Verwalter von elf Milliarden Dollar kam es zu einer Untersuchung zu Insiderhandels-Vorwürfen. Die Vorgängerfirma SAC hatte sich 2013 des Wertpapier-Betrugs für schuldig bekannt. Im Rahmen einer Vereinbarung mit Ermittlern zahlte sie zudem die Rekordsumme von 1,8 Milliarden Dollar.

Ohnehin soll das Unternehmen nach Angaben der Firma in den vergangenen fünf Jahren nur zwei Rendite-Minderleister gefeuert haben. „Seit dem Jahr 2010 wurden weniger als zehn Prozent der Vermögensverwalter, die das Unternehmen innerhalb ihres ersten Jahres wieder verließen, aufgrund ihrer Leistung entlassen“, sagt Mark Herr, ein Sprecher von Point72. Und in der Gruppe derjenigen, die fünf Jahre bei Cohen in den Diensten standen, seien lediglich 15 Prozent aufgrund ihrer Leistung von Bord gegangen.

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„Wahrhafter Magnet für Markt-Betrüger“

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