Fonds im Performance-Check
Fondsmanager sehen neue Tiefkurse in Europa

Obwohl der Euro Stoxx 50 seit Jahresbeginn rund 40 Prozent an Wert verloren hat, sieht HPP-Geschäftsführer Matthias Habbel keinen Anlass zur Entwarnung. „Wir sind noch nicht im Ausverkauf“, warnt er vor neuen Tiefkursen. In den kommenden Monaten böten sich vermutlich noch zahlreiche Chancen, qualitativ hochwertige Aktien zu sehr günstigen Preisen einzusammeln.

HAMBURG. "Ernst zu nehmende Gefahren für eine stärkere Korrektur im langfristigen Aufwärtstrend" sah die Wiesbadener Vermögensverwaltung Habbel, Pohlig & Partner (HPP) Ende Dezember 2007 in ihrem Börsenausblick für 2008 voraus. Da hatte die Gesellschaft im von ihr beratenen Aktienfonds hp&p//-Euro-Select-Universal bereits reagiert und die Barreserve auf fast 25 Prozent angehoben. Rechtzeitig genug, um die im Januar beginnenden Kurseinbrüche abzufedern: Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 118 auf Euroland-Aktien spezialisierten Investmentfonds liegt der HPP-Fonds mit einem vergleichsweise moderaten Minus von 26,64 Prozent auf Rang eins (siehe Tabelle).

Obwohl der Euro Stoxx 50 seit Jahresbeginn rund 40 Prozent an Wert verloren hat, sieht HPP-Geschäftsführer Matthias Habbel keinen Anlass zur Entwarnung. "Wir sind noch nicht im Ausverkauf", warnt er vor neuen Tiefkursen. In den kommenden Monaten böten sich vermutlich noch zahlreiche Chancen, qualitativ hochwertige Aktien zu sehr günstigen Preisen einzusammeln. Die Barreserve seines Fonds, zwischenzeitlich nah an der gesetzlichen Höchstgrenze, liegt noch immer bei 40 Prozent. Gleichzeitig lässt Habbel keinen Zweifel daran, dass sich im aktuellen Umfeld getätigte Engagements in europäischen Aktien langfristig lohnen. "Der Aufschwung beginnt, wenn es am schlimmsten aussieht", sagt er.

Am wohlsten fühlt sich der Wiesbadener Vermögensverwalter derzeit an der Frankfurter Börse. "Deutsche Unternehmen sind im allgemeinen international besser aufgestellt als vergleichbare Firmen im europäischen Ausland", begründet er den hohen Deutschland-Anteil seines Portfolios von 53 Prozent. Aussichtsreich seien vor allem Firmen aus den Bereichen Energie, Infrastruktur und Bau, die wie Bilfinger & Berger oder Praktiker von staatlichen Konjunkturmaßnahmen profitieren könnten. Im Ausland bevorzugt Habbel dagegen Unternehmen aus defensiven Sektoren, unter anderem die Nahrungsmittel-Multis Danone und Unilever.

Rainer Lemm, Manager des auf Rang zwei liegenden Kapitalfonds LK Europa Strategie der Vermögensverwaltung Grossbötzl, Schmitz & Partner (GSP) in Düsseldorf, sieht Deutschland ebenfalls in einer vergleichsweise günstigen Situation. "Viele EU-Mitglieder kämpfen mit deutlich größeren Problemen", sagt Lemm und nennt als Beispiel die spanische Immobilienkrise.

Der Marktausblick des von Luxemburg aus agierenden Fondsmanagers deckt sich durchaus mit den Erwartungen Habbels. Den Tiefpunkt der aktuellen Baisse erwartet er "irgendwann in den kommenden sechs Monaten". Bis dahin hält er 15 Prozent seines Portfolios als Barreserve und sichert darüber hinaus die Hälfte seiner Bestände gegen Kursverluste ab.

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