Fonds im Vergleich
Japanische Nebenwerte stellen Fonds vor Probleme

Eine gute Gelegenheit ist schwer erlangt und leicht versäumt, heißt es in Japan. Wie nah das Sprichwort an der Wahrheit ist, zeigen die Performanceunterschiede japanischer Nebenwertefonds. Der beste hat nach Berechnungen der Analysegesellschaft Feri Rating & Research in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt 18,4 Prozent jährlich zugelegt, der schwächste nur 0,5 Prozent.

HAMBURG. Auch der JF Japan Small Cap Fund von JP Morgan Asset Management ließ lange Zeit viele gute Gelegenheiten aus. Doch seit im November 2004 David Mitchinson die Verantwortung übernahm, geht es bergauf: Mit einem Wertzuwachs von 53,41 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten belegt der 1994 aufgelegte Fonds in seiner Kategorie Rang drei (Tabelle am Ende des Artikels). Feri-Analyst Achim Backhaus rechnet die verbesserte Wertentwicklung klar dem Manager zu. "Wachstums- und Substanz-Titel sind in den vergangenen Monaten gleich gelaufen, womit sich die Verbesserung nur durch einen geänderten Fondsansatz erklären lässt", so Backhaus.

In der Tat hat Fondsmanager Mitchinson das Portfolio bei seiner Übernahme neu strukturiert: Viele zyklische Aktien flogen raus, dafür rückten Titel nach, die von der Binnenkonjunktur profitieren. "Besonders unsere Investitionen in Immobilienfirmen, Finanzdienstleister und Facheinzelhändler haben 2005 die Performance angeheizt", sagt der JP-Morgan-Manager. Durch das gute Anlageergebnis ist das Feri-Rating für den JF Japan Small Cap Ende 2005 von E (schwach) auf D (unterdurchschnittlich) gestiegen. Da Feri beim Rating aber immer fünf Jahre berücksichtigt, werden die schwachen Zeiten noch lange die Bewertung beeinflussen.

Von einem guten Rating ist der Threadneedle Japan Smaller Companies Fund ebenfalls noch weit entfernt. Sowohl über drei Jahre als auch über zwölf Monate hinkt der Fonds seiner Vergleichsgruppe hinterher. "Bei der Performance, die 70 Prozent des Ratings bestimmt, kommt der Fonds nur auf 3 von möglichen 100 Punkten", sagt Backhaus.

Threadneedle hat reagiert. Anfang 2005 übernahm Ed Gaunt den Fonds, und der Research-Prozess wurde verbessert. "Nur durch gutes Research sind gute Gelegenheiten bei den japanischen Small Caps zu finden", so der Threadneedle-Manager. Wie Kollege Mitchinson setzt auch Gaunt auf die steigende Binnennachfrage und investiert verstärkt in Immobilien, Finanzdienstleister und Einzelhändler. "Die Performance hat sich stetig gebessert. Auf Sicht der vergangenen drei Monate nimmt der Fonds sogar eine Top-Position ein", sagt Gaunt.

"Ob die Fondsmanager langfristig erfolgreich sein werden, wird erst die Zukunft zeigen", hält Backhaus dagegen. Ein Indiz zum Kauf sieht er momentan bei beiden Angeboten noch nicht.

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