Fonds
Immobilienfonds machen dicht

Der Milliardentopf Kanam Grundinvest aus München ist jüngstes Opfer der Immobilienfondskrise. Anleger müssen nach dem Aus womöglich lange auf ihr Geld warten. Auch bei CS Euroreal und SEB Immoinvest bangen die Geldgeber.
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DüsseldorfWieder eine schlechte Nachricht aus der Branche der offenen Immobilienfonds: Gestern verkündete die Münchener Kapitalanlagegesellschaft Kanam das Aus für den 3,9 Milliarden schweren Kanam Grundinvest. Anleger müssen nun endgültig die Hoffnung begraben, schon in Kürze wieder an ihr Geld zu kommen. Bis zum 31. Dezember 2016 haben die Fondsmanager nun Zeit, die insgesamt 51 Immobilien aus dem Portfolio zu verkaufen und den Erlös nach und nach an die Kunden auszuzahlen.

Eine erste Tranche in Höhe von mindestens 200 Millionen Euro soll schon „in den kommenden Wochen“ fließen. Danach können Anleger im Halbjahresrhythmus mit einer anteiligen Auszahlung ihres Ersparten rechnen. Der Kanam Grundinvest ist bereits das siebte – und bislang größte – Opfer der Immobilienfondskrise. Insgesamt werden zurzeit Fonds im Volumen von mehr als zehn Milliarden Euro abgewickelt.

Seit fast zwei Jahren liegt das Vermögen der Kanam-Anleger nun schon auf Eis. Spätestens am 6. Mai hätte der Grundinvest wieder öffnen und Anteile gegen Bargeld tauschen müssen. Einem möglichen Ansturm der Kunden allerdings sah sich der Fonds nicht gewachsen: Es sei schlicht „ausgeschlossen“, eine „verlässliche Prognose“ über die Zahl derer zu geben, die ihre Anteile nach Wiedereröffnung schnellstmöglich zu Geld machen wollen.

Seit der vorübergehenden Schließung im Mai 2010 war es dem Management nicht geglückt, durch Immobilienverkäufe die Barreserven signifikant zu erhöhen: Ende Januar standen weniger als fünf Prozent des Fondsvermögens für mögliche Rückzahlungswünsche zur Verfügung. Zwar wurden Kaufverträge für Gebäude im Wert von einer Milliarde Euro abgeschlossen. Das Geld allerdings werde erst im Mai – und damit wohl kaum rechtzeitig – auf das Fondskonto fließen.

Selbst der Milliardenerlös allerdings hätte das eigentliche Problem nicht gelöst: Die Frage, wie viele Anleger ihr Geld sofort nach Öffnung aus dem Fonds zurückziehen würden. „Die Dunkelziffer ist einfach zu hoch“, sagt dazu ein Kanam-Sprecher.

Kommentare zu " Fonds: Immobilienfonds machen dicht"

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  • ...und hoffentlich hört diese Gigantomanie dann auch noch auf... ...wer braucht den ganzen Krampf eigentlich noch zukünftig? Können Häuser und Bürokomplexe nicht besser zukünftig am Bedarf orientiert errichtet und werden?

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