Fonds
Interesse an nachhaltigen Investments steigt in der Krise

Fondsanbieter von ökologischen und ethischen Investments berichten über Mittelzuflüsse. Das Interesse an ihrem Angebot wächst. Doch dem Kursrutsch an den Börsen können sich auch ihre Produkte nicht entziehen.

BERLIN. Trotz der Finanzkrise kommen zahlreiche neue Produkte mit ökologischen und sozialen Kriterien für Anleger auf den Markt. Allein im deutschsprachigen Raum wurden im vergangenen Jahr 50 neue Fonds mit 900 Mio. Euro Volumen zugelassen, meldet das Sustainable Business Institut (SBI), Oestrich-Winkel. Während Anleger 2008 nach Angaben der Fondsanalysefirma Lipper FMI europaweit 300 Mrd. Euro aus Fonds abzogen, berichten Anbieter von Nachhaltigkeitsprodukten sogar über Mittelzuflüsse.

Entziehen konnten sie sich dem Absturz an den Börsen jedoch nicht. Auch die Vermögen nachhaltiger Aktienfonds schrumpften 2008 laut Feri im Schnitt um rund ein Drittel. Das ist zwar weniger als die durchschnittlichen Verluste aller Fonds - deutsche Aktienfonds etwa verbuchten laut Lipper Datenbank Verluste von fast 38 Prozent. Unterm Strich steht aber auch bei den Nachhaltigkeitsfonds ein dickes Minus.

Insgesamt jedoch steigt das Interesse an diesen Produkten. Jeder zweite Anleger ist mittlerweile an ökologischen Investments interessiert, jeder Vierte an ethischen Anlagen. Das ergab eine Umfrage der DZ-Bank. Diese Anlegergruppe hat sich gegenüber dem Frühjahr 2008 leicht vergrößert. Fast jeder Vierte ist unverändert in Öko-Anlagen investiert, jeder Zehnte in ethische Investments. "Das ist ein nachhaltiger Anlagetrend, der nicht nur die Finanzkrise überdauern, sondern künftig weiter in den Fokus rücken wird", sagt Peter Schirmbeck, Bereichsleiter Retail der DZ Bank.

Bei Dexia in Brüssel, einem der größten europäischen Anbieter breit aufgestellter Nachhaltigkeitsfonds für private und institutionelle Investoren, blieben die Mittel stabil. "Die Anleger halten an den langfristigen Konzepten fest. Seit sechs Monaten haben wir auch leichte Zuflüsse", sagt Fondsmanager Roland Kölsch. Nachhaltige Anleger seien weniger sprunghaft, sagt Henry Schäfer von der Universität Stuttgart. Die Baseler Bank Sarasin verbuchte 2008 gar einen Mittelzufluss von 7,65 Prozent oder 150 Mio. Euro, der sich seit Januar fortsetzt.

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