Fonds
Japans Aktienmarkt bleibt vorerst angespannt

Aktienindizes unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der enthaltenen Unternehmen und ihrer Anzahl, sondern auch anhand der Kriterien, nach denen die Gewichtung der Titel vorgenommen wird. Maintrust setzt dabei auf eine Indexstrategie, Fidelity bevorzugt Substanzwerte.

HAMBURG. „Bei den meisten Indizes ergibt sich die Gewichtung der einzelnen Aktien aus der Marktkapitalisierung, zum Beispiel beim japanischen Standardwerte-Index Topix“, sagt Hanno Kühn, Geschäftsführer der zum japanischen Nomura-Konzern gehörenden Investmentgesellschaft Maintrust.

Beim Maintrust-Fonds MAT Fundamental Japan dient dagegen mit dem FTSE RAFI Japan TR ein Index als Maßstab, dessen Zusammensetzung der fundamentalen Indexierung folgt. „Die Anteile der Aktien ergeben sich bei diesem Ansatz anhand der vier gleich gewichteten Faktoren Umsatz, Cash-Flow, Dividende und Buchwert“, so Kühn. Mit der Strategie, diesen Vergleichsindex eins zu eins nachzubilden, war der MAT Fundamental Japan in den vergangenen zwölf Monaten relativ betrachtet erfolgreich: Mit einem Minus von 21,46 Prozent belegt er derzeit Rang vier von 128 bei Feri Rating & Research gelisteten Japanfonds (siehe Infografik).

Der gegenüber dem Topix erzielte Mehrwert beträgt dabei vier Prozentpunkte. „Gemäß unserem Vergleichsindex haben wir Finanzwerte seit Mitte 2007 deutlich untergewichtet“, sagt Kühn. Er sieht den MAT Fundamental Japan mit seinem Ansatz aber generell im Vorteil: „In auf der Marktkapitalisierung basierenden Indizes sind überbewertete Branchen generell zu hoch gewichtet, bei der fundamentalen Indexierung wird diese Gefahr der Blasenbildung dagegen vermieden.“ Für die kommenden Monate ist der Maintrust-Geschäftsführer zuversichtlich, dass der Fonds die Verluste stärker begrenzen kann: „Wir gehen von einer Stabilisierung im zweiten Quartal aus, bis Jahresende erwarten wir eine positive Trendwende.“

Ein deutlich pessimistischeres Bild zeichnet dagegen Ron Slattery. „Bislang zeigte sich Japans Wirtschaft zwar unerwartet robust, aber es ist unwahrscheinlich, dass der Konjunkturrückgang in den USA die Exporte des Landes nicht in Mitleidenschaft zieht“, so der Manager des auf Rang fünf liegenden Fidelity Japan Advantage Fund. Er gewinnt der aktuellen Marktlage jedoch auch positive Aspekte ab: „Die Unternehmen sind im Vergleich zum Rest der Welt günstig bewertet, was derzeit gute Einstiegschancen ermöglicht.“ Der Fidelity-Manager setzt auf eine aktive Anlagestrategie und investiert in erster Linie in Substanzwerte. Letzteres habe den Erfolg der vergangenen Monate maßgeblich beeinflusst: „Viele dieser Titel werfen eine Dividendenrendite oberhalb japanischer Staatsanleihen ab, das macht sie in unsicheren Marktphasen attraktiv“, sagt er.

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