Fonds
Kurseinbrüche klug umschifft

Erfolgreiche Vermögensverwalter senken Risiken mit niedrigen Aktienquoten oder setzen gezielt Derivate ein, um Verluste zu minimieren oder sogar Erträge zu erwirtschaften. Besonders gut schneiden unabhängige Verwalter ab, sie verfolgen häufig pointierte Ansätze.

FRANKFURT. In turbulenten Börsenzeiten sind krisenfeste Anlagemodelle gefragt. Derzeit besonders erfolgreiche Verwalter gehen offensiv vor und nutzen auch Terminmarktinstrumente. Sie wollen damit Risiken abfedern oder sogar Gewinne bei fallenden Kursen einstreichen. Oft nimmt ein Computermodell dem Fondsmanager einen Großteil der Entscheidungen ab. Unter den Verwaltern, die nur geringe Verluste ausweisen und sogar Erträge erwirtschaften, sind zudem besonders häufig unabhängige Adressen.

Diese Unabhängigen verfolgen häufig pointierte Ansätze, auch in Mischfonds. Sie variieren die Aktienquote je nach Markteinschätzung kräftig und setzen in der Krise den Schwerpunkt bei Anleihen und Geldmarktanlagen. So etwa der Verwalter Grossbötzl, Schmitz & Partner, der zu den bekannteren Adressen gehört. "Wenn Märkte fallen, gehen wir raus, wenn sie steigen, gehen wir rein - das will auch der Privatanleger" erklärt Harald Glocker, Leiter des institutionellen Geschäfts, die Anlagestrategie im "Global Value"-Fonds. Grossbötzl vertraut auf ein Auswahlmodell für unterbewertete Aktien.

Die Strategen fanden in der Krise wenig attraktive Titel und waren daher gering investiert. Der Fonds verlor in den vergangenen zwölf Monaten lediglich rund 18 Prozent, der Weltindex dagegen satte 31 Prozent. Aktuell hält der Fonds nur 17,5 Prozent Aktien. "Unser bisher niedrigstes Niveau", sagt Glocker. Ende April will er die Quote jedoch erhöhen. Das Grossbötzl-Modell hat auch längere Zeit seinen Index deutlich abgehängt.

Manche Adressen sind weniger bekannt. Oft fehlt die Vertriebskraft. Sie werben nicht offensiv und verwalten meist nur geringe Summen - im Gegensatz etwa zu Jens Ehrhardt in München oder Edouard Carmignac in Paris. Teilweise sind sie erst seit kurzer Zeit aktiv. Einige glänzen mit guten Zahlen in der Krise, doch der langfristige Nachweis guter Wertentwicklung fehlt ihnen.

Schon seit über zehn Jahren stellt Trendconcept im "Automatic Asset Allocator"-Fonds ein Depot aus Aktien und Anleihen zusammen. Geschäftsführer Caspar von Zitzewitz vertraut auf ein Computermodell, dass je nach Kursentwicklung Kauf- und Verkaufssignale für Aktien und Anleihen aus dem Euro-Raum liefert: "Fundamentaldaten interessieren uns nicht." Der Trendconcept-Leiter beschreibt den Vorteil des Ansatzes: "Wir vermeiden in der Baisse Verluste." Derzeit hat der Fonds lediglich zehn Prozent Aktien.

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