Fonds-Management: Pimco-Chef warnt vor weiteren Schuldenkrisen

Fonds-Management
Pimco-Chef warnt vor weiteren Schuldenkrisen

Die Fondsgesellschaft Pimco schlägt wieder Alarm: Anleger an den Anleihemärkten müssen sich nach Einschätzung von Mohamed El-Erian, Vorstandschef der Allianz-Tochter, auf weitere Schuldenkrisen von Nationalstaaten gefasst machen.
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LONDON. Die Investoren würden Fälle wie Griechenland und Dubai noch immer als isolierte Ereignisse sehen. Dabei seien die Verwerfungen in beiden Ländern Teil eines größeren Themas, das sich direkt auf die Finanzkrise und die drastische Ausweitung der Staatsverschuldung in vielen Ländern zurückführen lasse.

Das Wort von Pimco hat Gewicht, zählt die Fondsgesellschaft doch zu den mächtigsten Investoren an den Anleihemärkten. Erst vor wenigen Tagen goss El-Erians Pimco-Partner, Bill Gross, Öl ins Feuer der Griechenland-Krise als er in einer Einschätzung von einem "Feuer-Ring" sprach, der Länder mit exzessiver Verschuldung eingeschlossen habe. Das wären neben Griechenland Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Japan und die USA.

Besonders hart ging der Investmentstratege mit den Briten ins Gericht. Die Staatsanleihen des Königreichs würden "auf einem Fundament aus Nitroglyzerin" ruhen, warnte er. Die harschen Worte begründete der Pimco-Manager mit der ausufernden Staatsverschuldung und dem Risiko erheblicher Verluste, falls das Pfund Sterling weiter an Wert verlieren sollte. Die britische Regierung ist dieser Einschätzung energisch entgegengetreten. "Das ist komplett unwahr. Wir spüren weiterhin solide Nachfrage nach unseren Staatsanleihen", kontert das Finanzministerium.

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat Großbritannien in die schlimmste Haushaltslage seit den 50er-Jahren gestürzt. Der Internationale Währungsfonds erwartet, dass das Land im kommenden Jahr mit einer Neuverschuldung von 13,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts das tiefste Finanzloch aller großen Industrieländer ausweisen wird. Ohne rigides Sparprogramm nach den Wahlen im Frühjahr, wollen die großen Ratingagenturen dem Königreich die Liquiditätsbestnote "AAA" entziehen. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Ratingagentur Standard & Poor's gewarnt, dass sie Großbritannien nicht länger zu den sichersten und risikoärmsten Bankensystemen in der Welt zähle.

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  • Ja, Griechenland ist arm. Nur im Privateigentum sieht die Sache anders aus. in den Häfen liegen die
    fetten Jachten und das Land hat die größte Cayennedichte in der EU. Wahrscheinlich sind die
    privaten bank- und Versicherungskonten üppig. Da kann man ja erwarten daß die sonstigen Döspaddel dieser Union die Feuerwehr spielen. Zuforderst der Musterknabe D, bei dem gerade die gesetzlich Krankenversicherten mit Zusatzbeiträgen für die Kassenlage eintreten müssen. Gerne nehmen wir hier in D auch nach der NRW Wahl weitere belastungen in Kauf, damit wir unsere Freunde selbstlos unterstützen können. Natürlich verstehen wir, daß die Veräußerung von solchen Schiffen und SUVs für die armen Griechen nicht wirklich zumutbar ist und es besser ist, wenn die Deppen in der EU blechen.

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