Fonds mit Anleihen aus Schwellenländern können das Depot aufpolieren, aber Anleger brauchen Geduld und gute Nerven
Hohe Renditen auf schwankendem Grund

Zweistellige Renditen über Jahre hinweg mit Anleihefonds – angesichts der niedrigen Zinsen in den großen Industriestaaten bieten solche Erträge derzeit nur die aufstrebenden Wirtschaftsnationen (Emerging Markets). Daneben tragen Bonds aus Ländern wie Brasilien und Russland – aber auch Ecuador und Peru – dazu bei, das Risiko im Depot zu streuen. Allerdings sollten Anleger schon genau hinschauen, welchen Ländern sie ihr Geld leihen.

FRANKFURT/M. Denn ganz ohne Risiken ist ein solches Investment nicht: Die Anleihen schwanken mitunter deutlich im Wert – nicht zuletzt, wenn es in diesen Staaten mit in der Regel höherer öffentlicher Verschuldung und meist geringerer Erfahrung in der Wirtschaftspolitik westlicher Prägung zu politischen Unruhen kommt. Auch massive Verluste sind nicht auszuschließen, wie das jüngste Beispiel Argentinien zeigt. Das Land stellte 2001 seinen Schuldendienst kurzerhand ein und bietet den privaten Anlegern nun noch einen Bruchteil ihres Kapitaleinsatzes an, was die Investoren verständlicherweise empört.

Gleichwohl könnten sich Schwellenländer- Anleihen auch als Depotbeimischung für eher risikoscheue Anleger eignen, meint Wolfgang Kaiser, Analyst beim Fondsberater Fonds-Consult. Damit werde das Ertrags-Risiko-Verhältnis verbessert. Schließlich entwickeln sich Emerging-Market-Bonds weitgehend unabhängig von anderen Anlageklassen, die gemeinhin im Depot eines Privatinvestors liegen. Das liegt daran, dass diese Staaten Lateinamerikas, Asiens, Osteuropas oder Afrikas weniger eng mit den großen Volkswirtschaften verflochten sind und gewissermaßen ein Eigenleben führen. Zu Aktien- und zu Euro- oder US-Staatsanleihemärkten könne man keine signifikante Korrelation feststellen, sagt Kaiser. Aber „private Anleger sollten in Schwellenländern nicht nach einzelnen Anleihen suchen“, fügt er hinzu.

Kundenberater der Deutschen Bank und der Commerzbank empfehlen zwar Emerging-Markets- Bonds wegen der Risiken nicht von sich aus. Wenn aber ein Kunde dort investieren möchte, dann raten sie zu Fonds. Denn damit verteilt sich das Verlustrisiko auf viele Bonds. Zudem legt der Anleger die Auswahl und Überwachung der Anleihen in die Hände von Profis.

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