Fonds mit wenigen, ausgesuchten Werten laufen besser als der Durchschnitt
Fondsmanager schlagen den Index mit überschaubaren Portfolios

Das Vorgehen von Henderson-Fondsmanager Tim Stevenson und Fidelity-Mann David Baverez ist für Anleger reine Nervensache: Beide Fondsmanager setzen auf konzentrierte Portfolios - und das erfolgreich.

HB/vwd FRANKFURT/M. „Im Henderson Horizon - Pan European Equity Fund A sind durchschnittlich 50 bis 60 Titel, im Fidelity Funds - European Aggressive Fund sind es sogar nur 40 bis 50“, sagt Fondsanalyst Dirk Rüttgers, Generalbevollmächtigter von Weberbank Privatbankiers. Bei steigenden Märkten würden mit überschaubaren Portfolios oft überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt, sagt Rüttgers, in Abschwungphasen falle es jedoch schwer, den Vergleichsindex zu übertreffen. Risikoscheue Anleger seien daher mit breiter gestreuten Portfolios besser bedient.

„Diese beiden Produkte sind jedoch klar als wachstumsorientierte Fonds ausgewiesen“, betont Rüttgers. Damit erkläre sich auch die hohe Gewichtung von konjunkturempfindlichen Verbrauchsgüter- und Dienstleistungstiteln. „Ich hätte aber bei diesen Fonds einen höheren Anteil von Technologiewerten erwartet“, ergänzt Rüttgers. „Die sind zu hoch bewertet“, sagt dazu Fondsmanager Stevenson. Mit einer Zwölfmonats-Wertentwicklung per Ultimo August von jeweils rund 6,3 % belegen die Produkte unter den Fonds für europäische Standardwerte den siebten und achten Platz.

Kursgewinne konnten beide Fonds vor allem im Finanzsektor verbuchen. „Versicherer profitierten von der Markterholung, die die Kapitalreserven der Gesellschaften in die Höhe trieben“, erklärt Fidelity-Mann Baverez. Henderson-Experte Stevenson ist inzwischen aber vorsichtig geworden und hat Gewinne in diesem Sektor mitgenommen. „Versicherer und Banken sind schon etwas zu weit gelaufen“, meint er. „Auch wir haben Finanzwerte reduziert“, sagt Weberbank- Experte Rüttgers, „denn wir erwarten im vierten Quartal keine Fortsetzung der Aktienrally“. Seine Skepsis beruht auf der Annahme, dass im Jahr 2004 mit sinkenden Wachstumsraten zu rechnen sei.

Wer einen schwächeren Gesamtmarkt erwartet, sollte laut Rüttgers defensive Sektoren wie Pharma und Telekommunikation in den Vordergrund stellen. Der Telekom-Sektor insgesamt ist in beiden Fonds unterrepräsentiert. Auf Gesundheitsaktien haben dagegen beide Fondsmanager bereits ein Auge geworfen. Im Fidelity-Produkt sind nach Angaben von Baverez die Pharmatitel übergewichtet. Und auch Stevenson hat damit begonnen, seine Untergewichtung in diesem Sektor abzubauen. „Pharmatitel sind zuverlässige Wachstumswerte“, meint der Henderson- Experte, „außerdem wurden sie in letzter Zeit vernachlässigt und sind daher attraktiv bewertet“.

Weberbank-Stratege Rüttgers hält derzeit auch Ölwerte für besonders kaufenswert. Ähnlich sieht dies Experte Stevenson, der Ölwerte aktuell auf der Kaufliste hat: „Diese Titel haben noch nicht auf den stabilen und hohen Ölpreis reagiert.“ Stevenson hat vor allem BP, Royal Dutch und Total Fina Elf im Bestand. Fidelity-Stratege Baverez hat den Energiesektor nach eigenen Angaben sogar übergewichtet und setzt vor allem auf den spanischen Ölproduzenten Repsol.

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