Fonds
Produktflut bei ETF-Fonds ruft Kritiker auf den Plan

Allein in den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl der ETFs in Europa mehr als verdoppelt und mit der wachsenden Produktzahl nimmt die Tendenz zu Nischenthemen und speziellen Ansätzen zu. Kritiker warnen, dass die Produkte zu unübersichtlich werden könnten.

FRANKFURT. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Zahl der ETFs in Europa vierstellig ist. Derzeit sind rund 700 Produkte an den verschiedenen Handelsplätzen börsennotiert. Allein in den vergangenen zwei Jahren hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt. Das ruft auch Kritiker auf den Plan. Sie warnen vor einer ähnlichen Entwicklung wie im deutschen Zertifikatemarkt, der nach einem Boom im vergangenen Jahr einbrach, aber immer noch auf eine sechsstellige Zahl von Produkten kommt.

Von derartigen Exzessen ist der ETF-Markt zwar weit entfernt. Doch Beobachter registrieren die schnell wachsende Produktzahl mit zunehmender Tendenz zu Nischenthemen und speziellen Ansätzen. Dabei gibt es einen wesentlichen Unterschied zum Zertifikat: Bei Zertifikaten sind der Vorstellungskraft bei den abgebildeten Auszahlungsprofilen mit Blick auf das Risiko-Ertrags-Muster kaum Grenzen gesetzt. Bei Indexfonds sind dagegen nur Produkte auf maßgebliche Messlatten sinnvoll.

Zertifikate sind im Kern Angebote für Privatanleger. Die Überzeugungskraft des Verkäufers und damit des Bankberaters entscheidet über ihren Absatzerfolg. Ein klassischer Berater hat keinen Anreiz zum Absatz solcher Indexprodukte, da er an diesen Indexfonds ohne Ausgabeaufschlag (den ansonsten die Bank beziehungsweise der Vertrieb vereinnahmt) nichts verdienen kann. Der ETF ist bisher vor allem ein Produkt für institutionelle Investoren, die ihre Kapitalanlagen mit Blick auf eine eher beschränkte Zahl wichtiger Indizes steuern.

Ein Blick in die Statistiken belegt dieses Urteil. Die volumenstärksten ETFs im Aktiensegment beziehen sich auf Euro Stoxx 50, Dax, Cac 40, FTSE 100, S & P 500 und MSCI Welt. Darauf aufgelegte Produkte haben derzeit 30 Mrd. Euro eingesammelt. Das ETF-Geschäft mit Anleiheindizes startete recht spät und spielt daher in der Vermögensstatistik noch eine untergeordnete Rolle. Es gibt eine Ausnahme: Ein Eonia-Indexfonds führt die Liste der größten Produkte an - er ist ein Gewinner der Finanzkrise.

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