Fonds-Ranking
Manager globaler Rentenfonds schichten um

Under review (unter Beobachtung) – dieses Etikett verpasst die Analyseagentur Feri jedem Fonds, bei dem ein Manager- oder Strategiewechsel stattgefunden hat. Sonderbehandlung prominenter Fonds gibt es dabei nicht, was auch der Spitzenreiter im aktuellen Ranking für Rentenfonds erfahren hat.

HAMBURG. „Ausnahmen für prominente Fondsmanager gibt es nicht. Das gilt auch dann, wenn sie einen Fonds bereits in der Vergangenheit erfolgreich gemanagt haben und erneut das Ruder übernehmen“, sagt Feri-Analyst Sasa Perovic.

Ein Beispiel für dieses konsequente Vorgehen ist der Starcapital Bondvalue UI: Diesen hatte der als ausgewiesener Rentenexperte geltende Vermögensverwalter Peter E. Huber nach dem Tod des Fondsmanagers Horst-Detlev Vogel vorübergehend betreut und im April 2007 erneut übernommen. Bislang konnte Huber nahtlos an den Erfolg des Fonds anknüpfen, der zumeist auf den vordersten Plätzen der bei Feri gelisteten globalen Rentenfonds rangiert. In der Zwölf-Monats-Analyse belegt der Bondvalue UI mit einem Plus von 8,36 Prozent sogar den Spitzenplatz (s. Tabelle).

„Unsere Währungspositionen liefen sehr gut, insbesondere in türkischer Lira und ungarischen Forint. Auch unsere Engagements in Firmen- und Wandelanleihen haben sich sehr gut entwickelt“, kommentiert Huber das gute Ergebnis. Das Portfolio hat er im ersten Halbjahr konsequent in risikoärmere Anleihen umgeschichtet: „Noch vor rund einem Jahr lag der Anteil von Fremdwährungsanleihen bei deutlich über 50 Prozent, derzeit sind es nur noch 17 Prozent“.

Die jüngste Entwicklung des Marktes für Fremdwährungsanleihen beurteilt Huber eher kritisch. Auch den Anteil der Wandelanleihen habe er vor rund drei Monaten von 14 auf zwei Prozent reduziert, was sich als goldrichtig erwiesen habe. Die verhaltene Entwicklung des Fonds seit Anfang August (minus 0,13 Prozent) begründet Huber mit der starken Positionierung am kurzen Ende der Zinskurve. „Im jüngsten Marktumfeld hatten sich vor allem Langläufer positiv entwickelt, denen wir aber skeptisch gegenüberstehen“, erläutert Huber.

Ähnlich verlief die Entwicklung beim viertplatzierten KBC Bonds High Interest. Auch dieser Fonds profitierte zunächst von der offensiven Ausrichtung auf Fremdwährungen; wie Huber begann KBC-Manager Karel de Cuyper bereits im April mit Umschichtungen in risikoärmere Papiere. Die durch die Krise am US-Hypothekenmarkt ausgelösten Turbulenzen an den Rentenmärkten beurteilt er gelassen: „Das Schlimmste dürfte überstanden sein, dank des Einschreitens der US-Notenbank Federal Reserve werden Anleger rasch zu risikoreicheren Investments zurückkehren“. Seit vergangener Woche investiert er wieder verstärkt in Fremdwährungsanleihen. Huber hingegen bleibt skeptisch und will die defensive Ausrichtung seines Fonds zunächst beibehalten.

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